Prinzesschens Urlaub

Etwas Unheimliches ging im Hause Mayer vor sich. Prinzesschen streckte die Nase in die Luft und roch Nervosität und Vorfreude. Was würde wohl auf sie zukommen? Frau Mayer war die Aufregung im Gesicht anzusehen. Seit Tagen schon wuselte sie im Haus herum und summte dabei vor sich hin.
Gerade kam sie mit einem furchteinflößenden Gegenstand aus dem Keller gestapft und stellte ihn im Wohnzimmer ab. Prinzesschen sprang von der Fensterbank und machte einen Buckel. Ihr Fell sträubte sich und ließ sie größer erscheinen, als sie mit ihren krummen Beinchen war.
Sicherheitshalber fauchte sie das Ungetüm an, um ihm zu zeigen, wer hier die Katze im Hause war. Doch das Monster ließ sich nicht beeindrucken und blieb ungerührt von ihrem Gebaren stehen. Vorsichtig näherte sich Prinzesschen dem Ding und schnupperte daran.
»Na, meine Kleine, hast du dich schon mit dem Koffer angefreundet?«, fragte Frau Mayer und streichelte ihr über den Kopf. Prinzesschen antwortete mit einem leisen »Miau« und schnupperte an dem Objekt namens »Koffer«.
»Du kannst leider nicht mit uns in den Urlaub kommen. Aber dich erwartet dein eigenes Abenteuer.«
»Urlaub«. Noch ein neues Wort.
Erneut kam Frau Mayer ins Wohnzimmer, dieses Mal mit einem Gegenstand, den Prinzesschen zutiefst verabscheute. Oh, nein, nicht zum Tierarzt, bitte nicht! Prinzesschen wich zurück und legte die Ohren an. Frau Mayer lachte.
»Nein, Prinzesschen, keine Angst. Kein Tierarzt. Du darfst deinen Urlaub in der besten Tierpension der Stadt verbringen.«
Prinzesschen spitzte die Ohren. Was war denn eine Tierpension? Und warum fuhren die Mayers ohne sie in den Urlaub?

»Urlaub? Koffer? Tierpension?«, fragte Anton.
»Los, sag schon. Hast du eine Ahnung, was mir bevorsteht?«
Der rote Kater schaute sie mit einem mitfühlenden Blick an und nickte.
»Ich bin jedes Jahr im Sommer für längere Zeit dort, was deine Menschen Tierpension nennen. Sie nennen es Urlaub, für mich ist es schlimmer als der Tierarztbesuch. Stell dir vor, ich bekomme da viel zu wenig zu fressen.«

»Miez, Miez, nun komm doch da raus«, flehte Frau Mayer, die mit hochrotem Kopf unter das Bett schaute und mit ein paar Wurststückchen wedelte.
Prinzesschen hatte sich in die hinterste Ecke gequetscht. Von so ein paar Leckereien würde sie sich nicht bestechen lassen. Anton hatte ihr in den dunkelsten Farben seine Erlebnisse in der Tierpension ausgemalt. Sie hatte überhaupt keine Lust auf »Urlaub«.
»Helmut, nun mach doch mal was!«, rief Frau Mayer entnervt in Richtung Badezimmer.
Doch Herr Mayer konnte nichts ausrichten. Prinzesschen blieb unter dem Bett hocken. Sollten die Mayers doch in den Urlaub fahren. Sie würde hier auch alleine zurechtkommen.
Sie war nur eine Sekunde weggenickt, – länger konnte es nicht gewesen sein – als sie eine Hand an ihrem Hals spürte. Noch bevor Prinzesschen entwischen konnte, hatte Frau Mayer sie schon ergriffen und bugsierte sie trotz heftiger Gegenwehr in die verhasste Transportbox. Verflixt!

Hier roch alles so fremd, nach anderen Katzen und zu allem Überfluss auch nach Hunden. Und dann erst diese Geräuschkulisse! Dem Gekläffe nach zu urteilen, mussten hier Hunderte davon leben. Das sollte der viel beschworene »Urlaub« sein?
Frau Mayer setzte die Transportbox ab und öffnete die Tür.
»Prinzesschen, schau mal, wie schön es hier ist. Und neue Freunde hast du hier auch.«
Neue Freunde? Sie hatte in ihrem Zuhause genügend. Wozu brauchte sie neue?
Vorsichtig streckte sie den Kopf aus der Box. Ein schwarz-weißer Kater saß am Fenster und ignorierte sie.

»Hey, wer bist du denn?«
Prinzesschen fauchte erschrocken, als sich die getigerte Schönheit vor ihr aufbaute. Eine solch große Katze hatte sie noch nie gesehen. Anton war nichts dagegen. Das war doch nicht etwa ein echter Tiger, so einer, wie sie ihn letztens im Fernsehen bewundert hatte? Sie drehte sich nach Frau Mayer um, aber diese war bereits gegangen. Hilfe war nicht zu erwarten.
»Na, hat es dir die Sprache verschlagen? Das ist nicht besonders höflich, weißt du?«
Prinzesschen setzte sich aufrecht hin und hoffte, dadurch etwas größer zu wirken.
»Ich bin Prinzesschen. Und du?«
Die Tigerin prustete vor Lachen.
»Prinzesschen? Das ist wirklich dein Name?«
»Was ist bitte daran so lustig?«
»Ach, vergiss es. Nicht so wichtig. Mein Name ist Sidonie von der Villa Waldesruh.«
Und die macht sich über meinen Namen lustig, dachte Prinzesschen.

Der Urlaub war gar nicht so übel. Entgegen ihren Befürchtungen bekam sie hier genügend zu fressen und die Dosenöffner waren freundlich und verteilten jede Menge Streicheleinheiten. Sidonie entpuppte sich als wunderbare Spielkameradin, nur Rudolph, der schwarz-weiße Kater, saß lieber am Fenster und starrte hinaus. Er hätte Heimweh, so nannte es Sidonie.

»Prinzesschen, wach auf.«
Prinzesschen knurrte leise. Sie träumte gerade von ihrer Familie und wollte nicht geweckt werden.
»Nun, komm schon. Deine Familie ist zurück.«
Prinzesschen spitzte die Ohren. Was hatte Sidonie da gesagt? Mit einem Satz war sie aufgesprungen und drückte ihre Nase dicht ans Fenster. Und da waren sie, Frau und Herr Mayer, und sogar Franzi war dabei.

»Meine Kleine, wir sind wieder zurück.«
Schnurrend strich Prinzesschen um die Beine ihrer Familie. Zum Abschied nickte Sidonie ihr zu.
»Mach’s gut, Prinzesschen, bis zum nächsten Mal.«

 

 

Text: Susanne Sommerfeld

Geschafft – Camp NaNoWriMo Juli 2019

winner

 

Liebe Leserinnen und Leser,

31 Tage Überarbeitung und eine Premiere liegen hinter mir – das erste Mal habe ich am Camp NaNoWriMo teilgenommen. Und was soll ich sagen? Ich bin so froh, dabei gewesen zu sein, denn meine Motivation zur Überarbeitung meiner im November geschriebenen Geschichte wuchs von Tag zu Tag und ich habe mein Ziel bei weitem übertroffen. Am 30.07. habe ich das letzte Wort der Geschichte überarbeitet und gestern noch den Schlussabsatz geschrieben.

Natürlich war das erst der erste Überarbeitungsdurchgang und etliche werden folgen. Der Ausdruck liegt nun vor mir, aber ich werde mir ein paar Tage Verschnaufzeit gönnen, bevor ich mich dann in die nächste Phase stürze. Vorteil der täglichen Überarbeitung war für mich vor allem, dass ich sofort wieder in der Geschichte drin war und einige Logikfehler entdeckt und teilweise schon ausgemerzt habe.

Wie ist euer Camp verlaufen und habt ihr eure Ziele erreicht?

Liebe Grüße, Susanne

 

Text: Susanne Sommerfeld

Versöhnung

Liebe Leserinnen und Leser,

im gestrigen Beitrag (Schreiben unter freiem Himmel) hatte ich euch geschrieben, dass eine der Aufgaben lautete, aus 8 Stichwörtern (2 pro Teilnehmer) eine kurze Geschichte zu schreiben. Hier mein (heute leicht bearbeiteter) Beitrag. Die Stichworte waren: Trockenheit, Biergartenatmosphäre, Natur, Störung, bewegen, entspannen, Mutterliebe, ewige Liebe. An manchen Stellen habe ich die Worte leicht abgewandelt.

Was sagt ihr zum Ergebnis?

 

Tanjas Magen krampfte sich zusammen, als sie die Worte ihrer Mutter am Telefon vernahm. Schon immer hatte diese ihre Schwester Verena vorgezogen. War das etwa Mutterliebe?
„Bei Verenas Hochzeit warst du doch auch dabei. Warum kommst du nicht zu meiner?“
Ihre Mutter seufzte. Wie Tanja diese Seufzer hasste. Sie steckten voller Vorwürfe. Als wäre sie eine ständige Belastung.
„Warum musstest du auch nach Amerika auswandern? Hättest du deine ewige Liebe nicht auch hier finden können?“
Tanja legte auf. Dieses Gespräch war sinnlos. Mit Mühe unterdrückte sie die Tränen. Sie musste jetzt raus in die Natur. Allein dort war es ihr möglich, sich zu entspannen.

 

Sie nahm den Autoschlüssel vom Haken und stieg in ihren Wagen. Kurz überlegte sie, ob sie Matthew anrufen sollte. Nein, ich störe ihn bloß bei der Arbeit, dachte sie. Es reicht, wenn er es heute Abend erfährt.
Niemand aus ihrer Familie würde bei der Hochzeit dabei sein. Verena stand auf Mutters Seite, wie immer. Ihr Vater hatte sich vor zwei Jahren mit einer jüngeren Frau aus dem Staub gemacht. Tanja brach den Kontakt zu ihm auf Wunsch ihrer Mutter daraufhin ab. Und trotzdem konnte sie ihr nichts recht machen. Den schönsten Tag ihres Lebens würde sie ohne ihre Familie verbringen.

 

Die Bewegung tat ihrem schmerzenden Kopf gut. Sie atmete tief durch. Der Geruch der Kiefern und des Waldbodens löste Erinnerungen an ihre Kindheit in Brandenburg aus. Nur, dass sie sich hier in einem Nationalpark in Amerika befand, wo jederzeit ein Bär oder Elch aus dem Gebüsch kommen konnte. Absolut still war es jetzt, keine störenden menschengemachten Geräusche waren zu vernehmen. Sie horchte in sich hinein und wusste, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, in Matthews Heimat auszuwandern. Ihre Familie war jetzt hier.

 

Ein Ast knackte und knirschte. Tanja zuckte zusammen. Mit einem dumpfen Plopp landete er nur einen Meter von ihr entfernt auf dem Pfad. Die wochenlange Trockenheit machte den Bäumen zu schaffen. Tanja überlegte, wann es zuletzt geregnet hatte, aber sie erinnerte sich nicht. Wer will den Klimawandel noch leugnen?, dachte sie. Sie wusste, dass es in diesem Sommer auch in ihrer Heimat verheerende Waldbrände gegeben hatte.
Was hatte ihre Mutter dazu gesagt? ‚Wir lassen uns doch davon nicht die Biergartenatmosphäre vermiesen.‘

 

Tanja trat den Rückweg an. Heute würde sie die Einladungen vorbereiten. Ihr Vater würde auch eine bekommen.

 

Text: Susanne Sommerfeld

Schreiben unter freiem Himmel

Liebe Leserinnen und Leser,

„Schreiben unter freiem Himmel – Natur und Kunst“ – so lautete das Motto des Schreibworkshops, den ich heute besucht habe. Ausgerichtet wurde dieser von Anett Kollmann, deren Schreibkurse ich bereits in unserem Thalia in Dresden besucht habe (und weiterhin besuchen werde).

Zum Glück war es heute auch nicht ganz so heiß und drückend wie in den letzten Tagen, so dass der Kopf auch brav mitgearbeitet hat. Getroffen haben wir uns, d. h. 3 Mitstreiter und ich, mit Frau Kollmann im Großen Garten in Dresden und dann ging es auch direkt los mit einer Lockerungsübung fürs Gehirn. Dafür mussten wir ein ABC-Darium aufschreiben. Das bedeutet, dass man untereinander alle Buchstaben des ABC aufschreibt und zu jedem Buchstaben ein Stichwort, in diesem Fall zum Thema Park, notiert. Das klingt leichter als es ist, aber gemeinsam haben wir dann am Ende sogar noch zu den unmöglichsten Buchstaben ein Wort gefunden.

Danach ging es weiter mit einer Übung, die Frau Kollmann „66 Schritte“ nannte. Wir mussten bis zu einem vereinbarten Treffpunkt aller 66 Schritte stehenbleiben und an diesem Punkt unsere jeweiligen Beobachtungen und Empfindungen aufschreiben. Eine sehr interessante Aufgabe, die wirklich auch die Beobachtungsgabe stärkt.

Nach dieser Übung haben wir uns an einem schattigen Plätzchen, einem kleinen Amphitheater, niedergelassen, aber nicht um zu pausieren. Nein, es ging direkt weiter. Als nächstes mussten wir uns drei bis vier Wörter aus unseren Notizen auswählen und ein japanisches Haiku bzw. ein Tanka bilden. Ein Haiku bzw. Tanka ist ein japanisches Kurzgedicht mit einer bestimmten Silbenanzahl pro Zeile.

Schlussendlich durfte jeder zwei Wörter aus seiner Liste auswählen und aus den insgesamt acht Wörtern aller Teilnehmer sollte eine Geschichte entstehen. Wir hatten hierfür eine Stunde Zeit. Ich habe mir eine gemütliche Parkbank gesucht mit Blick auf den Palaisteich und seinen Springbrunnen und es tatsächlich geschafft, in dieser Zeit eine kurze Geschichte mit allen acht Wörtern zu erstellen.

In den nächsten Tagen werde ich diese noch einmal überarbeiten und dann im Blog einstellen. Die acht Wörter würde ich euch auch mitteilen, damit ihr seht, welch unterschiedliche Ideen dort eingebracht werden mussten. Das war wirklich gar nicht so leicht.

Am Ende haben alle Teilnehmer ihre Geschichten vorgelesen und die anderen durften dann Kritik üben. Diese konstruktive Kritik soll schließlich dabei helfen, sich zu verbessern.

Frau Kollmann ist eine sehr angenehme Person und bringt Schreibtipps mit viel Humor rüber. Ich kann ihre Kurse im Thalia Dresden nur weiterempfehlen. Hier könnt ihr mehr über sie und ihre angebotenen Kurse erfahren: Internetseite Frau Kollmann.

Ich wünsche euch noch einen angenehmen Abend,

Susanne

Camp NaNoWriMo Juli 2019 – Endspurt

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Liebe Leserinnen und Leser,

3,5 Wochen läuft das Camp NaNoWriMo schon und ich bin so froh, dass ich mich noch kurzfristig entschlossen hatte, mitzumachen. Bis gestern habe ich ungefähr 30.000 Wörter überarbeitet, also schon fast das Doppelte als mein ursprünglicher Plan. Jetzt bin ich so richtig in Schwung gekommen, so dass ich definitiv nach Ende des Camps weiter bis zur letzten Zeile der Geschichte überarbeiten werde. Nun liegen noch ca. 21.000 Wörter Überarbeitung  vor mir und dann muss ich noch ein passendes Finale schreiben.

Das tägliche Schreiben ist wirklich gut, weil man sofort wieder drin ist in der Geschichte. Da meine Geschichte in zwei Zeitebenen läuft, ist das von großem Vorteil.

Wie läuft’s bei euch so im Camp? Macht euch die Hitze auch so zu schaffen?

Liebe Grüße, Susanne

 

Camp NaNoWriMo Juli 2019 – Woche 2

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Liebe Leserinnen und Leser,

nun ist schon die zweite Woche des NaNoWriMo-Camps vorbei, sozusagen Halbzeit. Und was soll ich euch sagen? Ich habe mein Ziel heute überschritten. Yeah! 🙂

15500 Wörter für den gesamten Juli waren geplant, also moderate 500 Wörter am Tag, und nun liege ich schon bei über 17000 Wörtern. Nun lasse ich natürlich nicht nach, sondern werde jeden Tag fleißig weiter überarbeiten. Ich freue mich so darauf, die Erstversion ausdrucken zu lassen, um dann eine ausführlichere Überarbeitung zu starten. Das motiviert mich momentan so, dass ich über meine 500 Wörter am Tag hinausschieße.

Läuft es bei euch auch so gut?

Liebe Grüße und auf eine dritte erfolgreiche Camp-Woche,

Susanne

 

US Car Convention Dresden

Liebe Leserinnen und Leser,

 

heute habe ich mir einen Ausflug zur US Car Convention in Dresden gegönnt, die vom 12. bis 14. Juli 2019 im Ostragehege stattfindet. Obwohl ich seit etlichen Jahren hier wohne, war dies mein erster Besuch der jährlich stattfindenden Ausstellung US-amerikanischer Autos. Nicht nur Oldtimer, auch neuere Modelle, werden dort von ihren Besitzern gezeigt, oft liebevoll aufbereitet. Auf der Bühne wird getanzt, am Abend gibt es Konzerte und bei vielen Händlern kann man Original Rockabilly-Mode und andere amerikanische Mode kaufen. Natürlich gibt es auch Fast Food, wie Burger, Pulled Pork oder Hot Dogs.

 

Leider war der Wettergott heute nicht sonderlich nett, denn nach ungefähr 2 Stunden ging ein Unwetter über dem Festgelände nieder, welches eine ganze Weile anhielt und viele Besucher vorzeitig vertrieb und das Gelände flutete. Da ich aber kurz vorher die Elbe mit ihrem furchtbar niedrigen Pegel sehen musste, werde ich mich mal nicht beschweren. 🙂 Mit Schirm und wasserfesten Schuhen habe ich dann noch eine Weile durchgehalten, aber die Kamera musste am Ende im Rucksack bleiben. Zum Glück hatte ich schon jede Menge Fotos im Kasten. Für die Fotografen unter euch: Als Objektiv habe ich eine 24 mm Festbrennweite (Pancake-Objektiv) an meiner Canon 60D genutzt, was einem nicht viel Spielraum gibt, aber ich liebe das leichte Objektiv und bin zufrieden mit der Qualität der Bilder.

 

Und nun seht selbst – eine kleine Auswahl meiner Bilder:

 

Oldtimer4Oldtimer3RAM 1500BuickOldtimer2Cadillac2BonnevilleOldtimer1BestattungOldsmobile1Lincoln2Lincoln1Ford2Ford1ExcaliburChevrolet1Cadillac1

 

Bei diesen Ami-Schlitten geht mir das Herz auf. Ich bin sonst kein Autoliebhaber, aber Oldtimer haben es mir einfach angetan. Bei der US Car Convention kommt man da voll auf seine Kosten – das kann ich trotz des relativ hohen Eintrittspreises von 10 € (Tagesticket) empfehlen.

 

Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende, Susanne

 

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Camp NaNoWriMo Juli 2019 – Woche 1

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Liebe Leserinnen und Leser,

Woche 1 des Camp NaNoWriMo liegt hinter mir und ich kann berichten, dass es sehr gut läuft. Ich habe auch im Urlaub täglich meine geplanten 500 Wörter überarbeitet, oft sogar mehr. Heute waren es sogar über 1000 Wörter.

Was ich jetzt schon merke, ist, dass ich jeden Tag gleich wieder in der Geschichte drin bin und gar nicht mehr den letzten Absatz lesen muss. Das ist ein großer Vorteil, wenn man sich täglich die Zeit nimmt, sich mit seiner Geschichte zu beschäftigen.

Nun heißt es durchhalten und auch nach dem 31.07.2019 dran bleiben. Aber ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin. Mein erklärtes Ziel ist die komplette Überarbeitung (weiterhin mit mindestens 500 Wörtern pro Tag), um danach die Geschichte auszudrucken sowie binden zu lassen und erneut zu überarbeiten.

Wie läuft es bei euch so im Camp? Schreibt mir doch gern in die Kommentare, welche Ziele ihr anstrebt.

Liebe Grüße und auf eine weitere erfolgreiche Camp-Woche,

Susanne

 

Ida und Jacob (Teil 2 der Kurzgeschichte)

Leseratte Liesel_1

 

Hier folgt der zweite Teil der Geschichte um Ida und Jacob. Den ersten Teil findet ihr hier: Markttag (Ida und Jacob – Teil 1).

 

Ida und Jacob – Zweiter Teil

 

Jacob wusste nicht, welche Schmerzen ihn mehr quälten. Sein Kopf dröhnte, als hätte er ihn gegen eine Wand geschlagen und sein linkes Bein sendete im Wechsel pochende und stechende Signale aus. Dazu kam diese Hitze, die ihn von innen zu verbrennen drohte. Etwas Nasses und angenehm Kühles berührte sein Gesicht. Er öffnete die Augen, aber das eindringende Licht schmerzte, so dass er sie schnell wieder schloss.

„Ida?“, krächzte er.

Er verspürte einen quälenden Durst. Mühsam versuchte er, sich aufzusetzen.

„Bitte bleiben Sie liegen. Sie sind sehr krank und brauchen Ruhe.“

Die Frau, die sich als Schwester Martha vorstellte, drückte ihn sanft zurück auf sein Kissen.

„Wo ist Ida?“

„Ich weiß nicht, von wem Sie sprechen.“

Jacob seufzte. Was war passiert und wie lange lag er schon hier? Und warum musste er immer an ein Mädchen namens Ida denken?

„Ich komme später wieder. Bitte versuchen Sie zu schlafen. Schlaf ist die beste Medizin“, sagte Martha und erhob sich.

„Was ist passiert?“, fragte er und öffnete erneut vorsichtig die Augen.

„Das müssen Sie mit dem Doktor besprechen. Er kommt am Nachmittag zu Ihnen.“

Bevor Jacob etwas erwidern konnte, war sie bereits davongeeilt. Er hob den Kopf, um sich im Schlafsaal umzuschauen. Nur wenige Betten waren im Moment belegt. Eine Reihe weiter saß ein kleines Mädchen auf der Bettkante und ließ gelangweilt die Beine baumeln. Als sie Jacobs Blick bemerkte, lächelte sie zaghaft. Sie sprang vom Bett und kam näher.

„Sind Sie sehr krank?“, fragte sie und zeigte auf sein dick verbundenes Bein.

„Ja, ich denke schon. Aber ich hoffe, dass ich bald wieder gesund bin. Was machst du hier?“

„Meine Lunge ist krank. Das kommt wohl von der feuchten kalten Luft in unserem Haus, sagt der Doktor.“

Kaum hatte das Mädchen den Satz ausgesprochen, wurde sie von einem heftigen Hustenanfall überwältigt. Jacob rief nach Schwester Martha, aber niemand kam. Er beugte sich vor und zog die Kleine auf sein Bett. Behutsam nahm er sie in den Arm, um sie zu beruhigen. Nach etlichen Minuten entspannte sich das Mädchen und atmete ruhiger.

„Danke“, flüsterte sie. „Wie heißt du?“

„Ich bin Jacob und wer bist du?“

„Marie. Ich bin schon fünf.“

Jacob lächelte und strich der Kleinen über den Kopf. Etwas an dem Blick des Mädchens erinnerte ihn an Ida. Warum spukte dieser Name permanent in seinem Gedächtnis herum? Er war sich sicher, dass das nicht am Fieber lag. Die Erinnerungen an die letzten Tage – oder gar Wochen? – waren wie ausgelöscht, aber er wusste, dass alles mit einem Mädchen namens Ida zusammenhing. Er musste sie finden.

***

Idas Mutter zeterte und schimpfte, während sie mit dem Holzlöffel den Eintopf umrührte. Diese Litanei kannte Ida bereits auswendig. Sie mühte sich weiterhin damit ab, wärmende Socken für ihre jüngeren Geschwister zu stricken. Handarbeit war ihr noch nie leicht gefallen, aber nach dem letzten Gang zum Markt war ihre diese Arbeit aufgebürdet worden. Ida war froh, dass sie keine Prügel bezogen hatte, weil sie nichts verkauft hatte. Sie erzählte ihrer Mutter, sie sei ausgeraubt worden, aber die hatte ihr kein Wort geglaubt. Ida war nie gut darin gewesen, andere zu belügen. Darum saß sie jetzt auf dem harten Schemel und quälte sich Masche um Masche.

Nach einer Weile schweiften ihre Gedanken ab. Jacob verfolgte sie sogar in ihre Träume. Wieder und wieder durchlebte sie nachts das Feuer und manchmal spürte sie nach dem Aufwachen den Geschmack von Rauch im Mund. Dann sah sie Jacobs blaue Augen vor sich und die Angst versiegte. Was war mit ihm geschehen? Sein Bein hatte furchtbar ausgesehen und sie wusste nur zu genau, dass eine solche Verletzung leicht den Tod bringen konnte. Seit Wochen schon suchte Ida nach einem Vorwand, um das Haus zu verlassen und ihn zu suchen, aber ihre Mutter wachte über sie wie ein Schatten.

„Hörst du mir überhaupt zu?“

Ida schreckte aus ihren Tagträumen auf. Die Mutter versetzte ihr einen leichten Klaps auf den Hinterkopf.

„Ich habe dich gebeten, heute Marie zu besuchen und ihr eine Schüssel Essen mitzubringen. Sie isst doch so gern Suppe.“

Ida horchte auf. Ihre Mutter ließ sie endlich aus dem Haus. Das war die Gelegenheit. Marie lag seit Wochen mit einem grauenhaften Husten im Krankenhaus und bis jetzt hatte keine Behandlung angeschlagen. Vielleicht traf sie Jacobs Mutter am Fluss oder jemand im Krankenhaus hatte etwas von ihm gehört. Ihr Herz pochte bis zum Hals und sie legte das Strickzeug beiseite. Sie durfte sich nichts von ihrer Aufregung anmerken lassen, ehe es sich die Mutter noch anders überlegte. Zum Glück hatte sie ihr die Geschichte von Jacob nicht erzählt. Dann hätte sie wohl das Haus erst wieder verlassen dürfen, wenn sie erwachsen und verheiratet wäre.

Am liebsten wäre Ida den ganzen Weg bis zum Krankenhaus gerannt, doch dann hätte Marie keinen Tropfen Suppe mehr im Topf vorgefunden. Der Frühling war eingekehrt und die Feuerstelle am Fluss war verwaist. Suchend blickte sich Ida um, von Jacobs Mutter war jedoch nichts zu sehen. Eilig lief sie weiter in Richtung Krankenhaus. Ida stand eine Weile vor dem grauen Gebäudekoloss, der eine Renovierung gut gebrauchen hätte können. Der Putz blätterte bereits von der Fassade. Etliche Scheiben waren zerstört. Doch niemand machte sich die Mühe, daran etwas zu ändern. Hier wurden die armen Menschen behandelt und kein Arzt von hervorragendem Ruf würde freiwillig eine Stelle an diesem Ort antreten. Idas sehnlichster Wunsch war es, Krankenschwester zu werden, aber sie durfte nicht einmal regelmäßig zur Schule gehen. Wenn ihre Mutter Hilfe brauchte, musste sie daheim bleiben.

Ein wenig widerwillig betrat sie das Gebäude. Sofort umhüllte sie der Geruch nach Krankheit und Tod, ein süßlicher Duft, der Erinnerungen an den Tod ihres Großvaters hervorrief. Doch ans Sterben wollte sie jetzt nicht denken. Ihre kleine Schwester würde wieder gesund werden. Schließlich hatte sie ihr ganzes Leben noch vor sich.

„Wo finde ich denn meine Schwester Marie?“, fragte sie eine Krankenschwester, die damit beschäftigt war, einem Patienten den Kopfverband zu wechseln. Ida versuchte, nicht auf die klaffende Wunde zu schauen, die sich an den Rändern bereits schwarz verfärbt hatte. Wundbrand nannte man das. Das war es auch, was ihren Großvater das Leben gekostet hatte. Die Schwester wies mit dem Kopf nach rechts. Ida betrat den Schlafsaal. Hinten am Fenster sah sie ihre Schwester auf dem Bett sitzen und neben sich einen jungen Mann, dem sie gerade eifrig etwas erzählte. Ida lächelte. Marie schien es besser zu gehen.

***

Die Kleine war bezaubernd. Sie erzählte ihm von ihrer Familie und davon, dass sie und ihre Geschwister mit der Mutter allein lebten.

„Seit Vater nicht mehr da ist, muss meine große Schwester immer auf den Markt gehen. Wir haben nämlich Hühner und Schweine, weißt du? Du würdest meine Schwester mögen. Ida …“

In diesem Moment bemerkte Jacob, dass jemand den Saal betreten hatte und direkt auf sie zukam. Marie drehte sich ebenfalls herum.

„Ida, Ida, endlich kommst du mich besuchen.“

Marie sprang auf und stürzte auf ihre Schwester zu. Diese konnte gerade noch rechtzeitig den Topf auf den Boden stellen, um Marie zu umarmen. Jacob war sprachlos. Das Mädchen war seine Ida.

***

Ida reichte ihrer Schwester die Suppe. Dabei vermied sie es, den jungen Mann anzusehen, der sich jetzt näherte. Sie hatte ihn sofort erkannt.

„Lass es dir schmecken, Marie. Es ist dein Lieblingseintopf. Aber iss langsam.“

Marie setzte sich wieder auf das Bett und löffelte gierig ihre Suppe. Ida sah, dass die Kleine sie dabei neugierig beobachtete.

„Du bist doch Ida, die Ida, die mich aus der brennenden Fabrik gerettet hat?“, fragte Jacob.

Ida nickte. Er war nur noch eine Armlänge von ihr entfernt. Ihr Herz überschlug sich beinahe, als Jacob ihre Hand ergriff.

„Ich weiß gar nicht, wie ich dir dafür danken soll. Wenn du nicht gewesen wärst, dann …“

Seine Stimme versagte und Ida spürte, dass er die Tränen zu unterdrücken versuchte. Noch immer hielt er ihre Hand und sie wünschte, er würde sie nicht mehr loslassen.

„Wie geht es dir denn?“, fragte sie ihn.

„Es ging mir schon besser, aber ich glaube, ich bin nochmal davongekommen. Etwas Fieber noch, aber mein Bein wird hoffentlich wieder vollständig heilen.“

„Die Suppe war wirklich gut. Danke, Ida“, sagte Marie und reichte ihrer Schwester den Topf. Nun war Jacob gezwungen, Idas Hand loszulassen. Ida spürte, dass ihm dies genauso widerstrebte wie ihr.

„Werden wir uns wiedersehen, Ida?“

Jacobs Blick war so eindringlich, dass Ida das Gefühl hatte, er könne ihre Gedanken lesen. Marie kicherte leise.

„Wie lange wollt ihr euch noch so anstarren?“

„Ich komme so bald wie möglich wieder“, sagte Ida und drückte ihrer Schwester zum Abschied einen Kuss auf die Wange. Dann drehte sie sich um und verließ den Saal, bevor Jacob ihr hochrotes Gesicht sehen konnte.

 

Fortsetzung folgt …

 

Text: Susanne Sommerfeld

Camp NaNoWriMo Juli 2019

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Liebe Leserinnen und Leser,

nun habt ihr schon eine Weile nichts mehr von mir gehört. Ganz untätig war ich aber nicht. Ich plane, die Fortsetzung von Idas Geschichte im Laufe der nächsten Woche hier zu veröffentlichen. Wer den ersten Teil noch nicht kennt, klickt bitte hier: Markttag.

Als nächstes werde ich beim Camp NaNoWriMo vom 01. bis 31.07.2019 teilnehmen. Das Gute an diesem Schreibcamp ist, dass man sein Ziel selbst festlegen kann. Da ich endlich meine NaNoWriMo-Geschichte vom November 2018 überarbeiten möchte, habe ich mich für ein tägliches Überarbeitungsziel von 500 Wörtern entschieden. Dies entspricht ca. 2 bis 2,5 Normseiten und sollte zu schaffen sein. In der ersten Juliwoche bin ich im Urlaub und werde die Überarbeitung in die späten Abendstunden legen müssen.

Ich hoffe, dass mich das Camp wieder so motiviert, dass ich endlich mit der Überarbeitung in die Gänge kommen werde. Ich bin Anfang des Jahres mitten in Kapitel 1 steckengeblieben und mein Schweinehund hat mich leider seither diesbezüglich gut im Griff. Irgendwie habe ich großen Respekt vor der Überarbeitung, das Schreiben fiel mir leichter. Geht es euch eigentlich auch so?

Wer von euch Autoren macht denn auch beim Camp mit und was habt ihr euch für Ziele gesetzt? Ihr findet mich im Camp unter Woelfchen79, falls ihr Kontakt aufnehmen möchtet. Sonst natürlich auch gern über die Kommentare. Zwischendurch werde ich mich immer wieder mal melden und über meine Fortschritte (hoffentlich 🙂 ) berichten.

 

Liebe Grüße und habt noch einen schönen Sonntag,

Susanne