Dokumentation me time

Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin kinderfrei aus Überzeugung. Der Wunsch nach einem Kind war einfach nie da, in keinem Alter. Zum Glück habe ich einen wunderbaren Partner, der genauso denkt.

Trotzdem bin ich wegen meiner Entscheidung immer wieder angegriffen und hinterfragt worden. Ich habe nie verstanden, warum. Frausein hat für mich nichts damit zu tun, Kinder in die Welt setzen zu können. Ich definiere mich nicht über meine Biologie. Ich spreche ja auch niemandem ab, einen Kinderwunsch zu haben, nur für mich kam das nie in Frage.

Daher war die Dokumentation „me time“ von Ayla Yildiz, die ich gestern mit Uta, ebenfalls kinderfrei, angeschaut habe, sehr erhellend für mich. Wir sind nicht allein. Es gibt noch mehr, die wie wir sind. Und es wird darüber gesprochen, ehrlich und frei ohne Anschuldigungen.

Diese Doku richtet sich nicht nur an kinderfreie Menschen, sondern an alle, auch an Mütter. Ich kann sie euch nur ans Herz legen.

Liebe Grüße, Susanne

25 Gedanken zu „Dokumentation me time“

  1. Stimmt – Männer haben mich nie gefragt warum ich keine Kinder habe. Hab ich noch gar nicht drauf geachtet. Man wird bei „Mütter-Gesprächen“ immer bisschen abgekanzelt. Wobei ich – theoretisch – genug Erfahrung habe, da ja Mütter über nichts anderes reden. Ich rede nicht soviel über meine Tiere und das könnte ich.

    Es ist wirklich nervig, wenn die Entscheidung Kinderlos zu bleiben mit einem bedauernden Blick erwidert wird. Und gerade heute bin ich froh über meine Entscheidung. Und auch mein Mann war gleich mit dabei.

    Liebe Grüsse

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    • Männer haben mich nie gefragt und werden auch eher nicht gefragt und wenn, wird es nicht so negativ gewertet.
      Wenn ich solchen Gesprächen lausche, bin ich heilfroh, dass ich mich für ein Leben ohne Kinder entscheiden konnte. Und ich bin mir ganz sicher, es nicht zu bereuen. Denn das wird einem immer unterstellt. Und selbst, wenn ich irgendwas bereuen sollte, was ich getan oder nicht getan habe, sollte ich stark genug sein, auch damit leben zu können.
      Über meine Hobbys etc. könnte ich auch so viel reden, aber ich mache es auch nicht. Warum eigentlich nicht? Ich möchte eben niemanden damit nerven, dass ich jetzt schon so viele Stunden an einem Klavierstück sitze oder soundsoviele Wörter geschrieben habe oder Kilometer gelaufen bin.

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      • Stimmt – ist schon bisschen unfair, dass immer auch davon ausgegangen wird, dass die Frau nicht will. Es gibt auch genug Männer die nicht wollen. Aber da wird es eher belächelt.

        Soviel wie ich über Kinder gehört habe – soviel habe ich noch nie über mich geredet. Ich bin oft selbst erstaunt was dabei hängen geblieben ist.

        Ausserdem – du hast ein Buch veröffentlicht – du könntest hoch und runter erzählen.

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      • Es wird ja nicht mal geglaubt, dass man nicht will. Das könne ja gar nicht sein, das wäre nicht normal etc. Ich bin Frau, ob mit oder ohne Kind. In manche Köpfe geht das nicht rein.
        Glaube mir, von meinen Hobbys brauche ich nicht viel zu reden. Die meisten interessiert das nicht. Daher halte ich mich damit zurück und bin trotzdem froh, dass ich all die Dinge tun kann, die ich machen möchte.

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      • Dabei sind die meisten Eltern froh, wenn die Sprösslinge endlich aus dem Haus sind….wie passt das?

        Geht mir auch so. Ich kann Filme gucken wie ich will. Essen wann und was ich will. Hab kein Stress mit Hausaufgabenstress….Und Urlaub ist auch einfacher.

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      • Das höre ich auch so oft. Ist schon merkwürdig, wenn die doch so viel zurückgeben. 😁
        Urlaub ist einfacher und überhaupt machbar. Zu Zweit zahlt man ja nun auch weniger. Außerdem gehen mein Partner und ich in Vollzeit arbeiten und haben auch mehr Geld für uns zur Verfügung. Das darf man auch nicht außer Acht lassen.

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      • Genau – sie geben soviel zurück…vorallem in der Pubertät. 😁

        Genau – es ist einfach billiger. Und deine Freizeit gehört dir. Mein Kollege hat jetzt eine Frisch eingeschulte – was die an Geschenken zu Geburtstag und Weihnachten ausgeben. Boah. Und da seine Frau im Verkauf arbeitet muss er sich dann nach der Frühschicht noch die Kleine bespassen. Ich kann schlafen gehen.

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      • 😆 Ja, und zum Dank liegen bei den Eltern oft die Nerven blank. Das wollte ich u. a. auch nie.

        Wie oft bin ich als egoistisch bezeichnet worden, weil ich mich gegen Kinder entschieden habe. Ja, das bin ich, das ist in Bezug auf die Lebensgestaltung doch jeder, oder? Aber ich zahle 100 % Steuern in der Steuerklasse 1, schon immer in Vollzeit seit über 20 Jahren und auch eine höhere Pflegeversicherung. Außerdem finanzieren diese Steuern auch Infrastrukturen für Kinder, die ich nie nutzen werde, z. B. Kindergärten, Schulen, finanzielle Unterstützung etc. Das ist auch in Ordnung für mich, aber bitte nicht mit Vorwürfen kommen, ich dürfte keine Pflege im Alter bekommen, weil ich keine Kinder habe. Bei solchen Aussagen platzt mir der Kragen.

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      • Ne – ich hatte mal so mit 25 kurzzeitig tatsächlich einen Kinderwunsch – aber nur ganz kurz. Aber die meiste Zeit meines Lebens, habe ich mich nicht als Mutter gesehen.
        Genau – wir zahlen mehr und sollen weniger erhalten. Das könnte ich auch steil gehen. Echt unfair, nur weil man nicht mit dem Strom schwimmt. Ich bereue nicht und würde es wieder so machen.

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      • Ich bereue die Entscheidung auch überhaupt nicht und bin dankbar, sie so treffen zu können. Meine Großmutter hatte z. B. in den 1930er Jahren kaum eine Wahl, schon alleine, weil es keine gescheite Verhütung gab und es von ihr erwartet wurde. Wir können uns heute wirklich frei entscheiden, aber es muss halt noch an der Akzeptanz gearbeitet werden. Daher ist diese Doku so wichtig.

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      • Stimmt – damals die Frauen hatten keine andere Wahl. Druck und Verhütung.
        Die Akzeptanz wird nie kommen. Die Regierung prangert ständig an, dass die Deutschen keine Kinder mehr bekommen – weswegen die, wie heissen sie jetzt, Angekommenen das jetzt erledigen sollen.
        Deswegen wird das nie akzeptiert, dass man sich frei gegen Kinder entscheidet.

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      • Meine Großmutter hätte mal sagen sollen, dass sie keine Kinder will. Nicht auszudenken. Dann hätte sie wohl ohne Mann leben müssen, und man hätte sie „alte Jungfer“ genannt. Übrigens wird ihr Leben mal in Fiktion umgewandelt. Das habe ich mir vorgenommen, wenn mein jetziges Projekt fertig ist. Da ist das Thema Frauen und Kinder definitiv dabei. Ihre Generation mit 4 Kindern, meine Mutter alleinerziehend und ich kinderfrei. Da lässt sich doch was draus machen.

        Stimmt natürlich. Unser Rentensystem ist so veraltet und müsste erneuert werden. Stattdessen schreit Deutschland nach mehr Kindern und hetzt gegen kinderfreie Menschen. Daher kommen ja dann auch die Aussagen der lieben Mitmenschen zum Thema, wir sollten mal was beitragen in der Gesellschaft.

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      • Dann musst du leider noch „etwas“ Geduld haben. Aber geschrieben wird die Geschichte, natürlich auch mit fiktiven Elementen. Meine Großmutter habe ich leider nie kennengelernt, da sie ein paar Jahre vor meiner Geburt starb, mit knapp Mitte 60. Aber durch meine Mutter habe ich viel über sie erfahren und zusammen haben wir auch ein Familiengeheimnis geknackt. Mehr dazu im Roman in einigen Jahren. 😉

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    • Gerne doch. Er wurde auch schon in einigen Kinos aufgeführt, leider nicht bei uns in Dresden. Also haben wir ihn gestreamt über einen Kanal von Amazon Prime Video.
      Es ist schon erstaunlich, wie ähnlich die Erlebnisse von kinderfreien Menschen, vor allem von Frauen, sind. Ich musste dauernd nicken, weil mir alles bekannt vorkam. Mein Partner hatte solche Erfahrungen nie. Auch von seiner Familie wurde immer nur ich damit gepiesackt.

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      • Irgendwie scheint man sich als Frau und/oder Mutter ständig rechtfertigen zu müssen. Meist kommt es dann ausgerechnet von Frauen.
        Ich habe solche Spielchen stets abgeblockt und bin meinen Weg gegangen den ich für richtig und sinnvoll hielt.

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      • Ich habe das auch nur unter Frauen erlebt. Männer fragen mich nie danach. Mittlerweile habe ich meine Argumente und diskutiere da auch drüber. Ich lasse mir von keinem mehr sagen, dass ich unnormal wäre und nichts zur Gesellschaft beitrage.

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      • Das wäre mir zu nervig. Sollen sie sich andere zum Sticheln und Diskutieren suchen. Ich bin ja ich und kein anderer. Jeder ist anders und somit gibt es vielfältige Lebensweisen und Umstände.

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      • Da hast du absolut Recht. Früher habe ich den Mund gehalten, das kann und will ich heute nicht mehr. Daher gehe ich der Diskussion nicht aus dem Weg. Zum Glück kommt das Thema mit fast Mitte 40 nicht mehr so häufig auf.

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