Story Cubes

Liebe Leserinnen und Leser,

kennt ihr diese Würfel, die sogenannten Story Cubes? Vor ein paar Tagen stand ich im Drogeriemarkt vor einem Regal und da fiel mir so eine kleine Schachtel ins Auge. Story Cubes las ich und dachte: Das könnte was für mich sein! Nach kurzer Überlegung habe ich die Schachtel mitgenommen. Mittlerweile sind zum Anfängerset mit 9 Würfeln (orange) noch die Story Cubes Actions (blau, 9 Würfel), Fantasia (pink, 9 Würfel) und Animals (grün, 3 Würfel) dazugekommen.

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Prinzip der Würfel ist es, seine Kreativität zu steigern. Man kann alle 9 Würfel einer Serie nutzen oder auch weniger, man kann die Würfel mehrerer Sets kombinieren und dann soll man sich aus den gewürfelten Symbolen eine Geschichte ausdenken. Man kann dies allein tun, aber natürlich auch in geselliger Runde oder mit Kindern.

Hier gibt es noch ein paar Infos zu den Würfeln: Story Cubes.

Erzählt mir doch mal, was ihr von der Idee haltet, damit Schreibübungen durchzuführen. Vielleicht habt ihr die Würfel ja auch selbst schon verwendet.

Hier mein erster Versuch mit dem Starterset:

Gehstock – Sternschnuppe – Flugzeug – Feuer – Baum – Uhr – Schlüsselloch – Käfer – Zauberstab

Langsam ließ sich der alte Mann auf die Bank sinken und legte seinen Stock beiseite. Sein Blick fiel auf den Baum, dem er seit vielen Jahren täglich einen Besuch abstattete. Eine alte Eiche war es und sie stand schon seit mindestens hundert Jahren an dieser Stelle. Sie hatte während dieser ganzen langen Zeit vielen Dingen getrotzt: Dürreperioden, Gewitter, Stürme, dem Waldbrand vor zwanzig Jahren. Der Baum ist genauso stur wie ich, dachte der Mann und lachte. Er hörte ein brummendes Geräusch und blickte in den Himmel. Weit oben zog ein Flugzeug einen weißen Streifen hinter sich her. Wohin es wohl fliegen mochte? Früher war er oft gereist, aber nun war er zu gebrechlich für solche Anstrengungen. Wenn doch nur eine Fee erscheinen und ihm mit ihrem Zauberstab drei Wünsche schenken würde. Dann würde er sich zum Beispiel wünschen, noch einmal jung zu sein. Er hatte ein gutes Leben gelebt und trotzdem kam es ihm so vor, als wäre alles viel zu schnell gegangen. Die Zeiger der Uhr drehten sich erbarmungslos weiter. Als Kind hatte er hier an der Eiche nach Käfern gesucht, um sie in sein Terrarium zu setzen. Als Jugendlicher hatte er mit einem Mädchen unter dem Baum gesessen. Die ganze Nacht hatten sie hier verbracht und nach Sternschnuppen Ausschau gehalten. Diese Erinnerungen waren für ihn, als ob er durch ein Schlüsselloch in seine Vergangenheit schauen würde. Es begann an der Eiche und vielleicht würde es auch hier an der Eiche enden.

 

Liebe Grüße, Susanne

 

Text und Foto: Susanne Sommerfeld

Niemand mag dich – Kurzgeschichte

Niemand mag dich

Wie vom Blitz getroffen bleibe ich stehen und starre auf das Wartehäuschen. Das darf nicht wahr sein, oder? Würde es etwas nützen, wenn ich die Augen schließe? Doch als ich sie wieder öffne, ist es noch immer da. Obwohl der Bus jeden Moment kommen wird, kann ich mich nicht vom Fleck rühren. Es ist wie in einem dieser verflixten Träume. Man hat es eilig und kommt nicht voran.

Die Menschen, die sich mittlerweile vor dem Wartehäuschen eingefunden haben, kenne ich alle. Es sind immer dieselben. Einige fahren zur Arbeit, andere zur Schule. Auch die alte Frau Lehmann steht wieder da, mit ihrer großen Handtasche, die sie fest an ihren Körper drückt. Sie wird zunehmend verwirrter und lebt in einer anderen Welt, meistens in ihrer Vergangenheit. Daher wähnt sich Frau Lehmann auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz in der Textilfabrik. Die gibt es zwar schon lange nicht mehr, aber ihr Sohn lässt sie jeden Morgen mit dem Bus in die Stadt fahren und holt sie dann mit dem Auto wieder ab. Ich weiß das alles, weil ich mich im Bus immer neben Frau Lehmann setze. Sie ist freundlich zu mir, im Gegensatz zu den vier Jungen da drüben, die auf dieselbe Schule gehen wie ich. Jetzt haben sie mich gesehen. Einer von ihnen zeigt mit dem Finger auf mich. Die anderen beginnen zu kichern und zu tuscheln. Langsam trete ich den Rückzug an.

„Hey, Larissa. Hast du es schon gelesen?“

Wie hätte ich das übersehen können? Die großen Buchstaben springen mir fast entgegen. Die Jungen grölen. Dann kommt endlich der Bus und verschluckt sie. Der Fahrer hupt ein Mal, aber ich ignoriere ihn. Stattdessen laufe ich in die entgegengesetzte Richtung. Endlich Ruhe! Die ersten Regentropfen fallen auf meine Brillengläser. Dann werden es immer mehr, bis es schließlich in Strömen gießt. Nach wenigen Minuten bin ich nass bis auf die Haut. Doch das kümmert mich nicht.

Niemand mag dich, Larissa!

Wieder und wieder schießt mir der Satz durch den Kopf, den bestimmt einer dieser fiesen Typen riesengroß an die Scheibe des Wartehäuschens geschmiert hat.

Wo soll ich jetzt nur hin? In die Schule gehe ich definitiv nicht. Das Schulhaus wird bis zur nächsten großen Pause abgeschlossen und außerdem habe ich kein Bedürfnis, diesen Mistkerlen heute noch einmal über den Weg zu laufen. Nach Hause will ich auch nicht. Meine Eltern sind bereits zur Arbeit gefahren. Aber meine Oma ist daheim. Ich hätte ihr zwar auftischen können, dass ich mich nicht gut fühle, aber ich habe keine Lust auf ihre Fragen. Warum wohnen wir auch in so einem Kaff? In der Stadt hätte ich die Zeit bis Schulschluss in einem Einkaufszentrum totschlagen können.

Ich nehme es meinen Eltern immer noch übel, dass sie mich vor zwei Jahren in dieses abgelegene Dorf verschleppt haben. Ich mag meine Oma wirklich und ich weiß auch, dass sie Hilfe im Haushalt braucht. Seit Opa gestorben ist, ist sie zu viel allein. Aber ich vermisse meine beste Freundin Verena und ich vermisse die Stadt. Seit ich hier bin, habe ich noch kein Mädchen gefunden, mit dem ich befreundet hätte sein wollen. Oder ist es umgedreht? An manchen Tagen fühle ich mich wie eine Aussätzige, die von allen gemieden wird. Dabei habe ich doch überhaupt nichts falsch gemacht. Das zumindest sagen meine Eltern mir immer wieder, wenn ich tränenüberströmt in meinem Zimmer hocke und mich einsam fühle. Das wird schon noch, lautet ihr wenig hilfreicher Trostversuch. Was soll denn nach zwei Jahren noch werden?

In meiner Klasse gibt es nur fünf Mädchen, aber sie sind allesamt alberne Gänse, die sich für nichts weiter als ihre Handys und die neuesten Kleidungstrends interessieren. Youtube, Facebook, Shoppen, das sind ihre Themen. Und dann ihr nerviges Gekicher. Das ist einfach nichts für mich. Ich bin ein Bücherwurm und kann mich stundenlang in fantastischen Geschichten verlieren. Als ich ihnen gegenüber anfangs erwähnte, dass ich Harry Potter mag, erntete ich nur ungläubige Blicke und missbilligendes Kopfschütteln. Also verhalte ich mich ruhig und setze mich auch in der Mittagspause abseits. Ich habe immer ein Buch dabei. Dann fühle ich mich nicht so allein. Nur die Nachmittage zu Hause ziehen sich oft hin. Mit Verena bin ich stundenlang unterwegs gewesen, aber das macht hier keinen Spaß.

Ich ziehe den Ärmel meiner Jacke hoch und betrachte die Linien. Manche davon sind bereits verblasst, einige rot und entzündet. Vorsichtig kratze ich daran. Ich höre erst auf, als Blut fließt. Der Schmerz bringt Erleichterung und vertreibt die unangenehmen Gedanken.

„Weißt du, wer das war?“

Ich zucke zusammen und drehe mich um. Da steht ein Mädchen. Sie ist etwa in meinem Alter und lächelt mich an. Dann streicht sie sich die nassen langen Haare hinter die Ohren. Ich habe sie noch nie gesehen, weder hier im Ort noch in der Schule.

„Ich habe sie beobachtet gestern Nacht, als sie die Scheibe beschmiert haben. Es waren die vier, die in den Bus gestiegen sind. Kennst du die?“

Vorsichtig nicke ich. Gleichzeitig drehen sich die Gedanken in meinem Kopf wie in einem Kettenkarussell. Wer ist das Mädchen und warum war sie gestern Nacht hier draußen?

„Mach dir nicht so viele Gedanken, Larissa. Wir sollten uns jetzt auf den Weg machen.“

Das Mädchen fasst nach meiner Hand und zieht mich mit sich. Ich will nicht mit ihr gehen und trotzdem folge ich ihr völlig willenlos in den Wald, der gleich am Ortsrand beginnt. Normalerweise mag ich den Wald, aber auf einmal macht er mir Angst. Längst haben wir den Waldweg verlassen und ich stolpere hinter dem Mädchen durch das Unterholz. Was hat sie vor mit mir?

Plötzlich bleibt sie stehen. Ich folge ihrem Blick, der starr nach vorn gerichtet ist. Wir sind an den Bahngleisen angekommen.

„Was wollen wir hier?“, frage ich sie, doch sie antwortet nicht. Immer noch ist sie wie versteinert. Ich betrachte sie genauer. Sie kommt mir vage bekannt vor, aber ich hätte nicht sagen können, wer sie ist. Ihre Haare haben diese nichtssagende Farbe, die ich auch an mir hasse, kein Blond, aber auch kein Kastanienbraun. Straßenköterblond hat Verena das mal genannt. Sie ist nicht sonderlich hübsch, eher ein Durchschnittstyp, wie ich. Trotzdem ist mir so, als hätte ich ihr Gesicht schon einmal irgendwo gesehen. Ihre Kleidung ist voller Flecken, deren rostrote Farbe mich an geronnenes Blut erinnert.

„Hier ist es damals passiert“, flüstert sie und zeigt mit dem Finger auf die Bahngleise.

Irgendetwas an ihrem Tonfall lässt mich eine Gänsehaut bekommen.

„Was meinst du?“, flüstere ich ebenfalls. Ich weiß zwar nicht, warum wir so leise sprechen, denn es ist niemand außer uns hier, aber es käme mir auch falsch vor, laut zu reden.

Doch sie antwortet wieder nicht. Stumme Tränen laufen ihr über die Wangen. Ich hebe meine Hand, um sie wegzuwischen, aber sie weicht zurück.

„Ich will dir nichts tun. Wie heißt du eigentlich? Du hast mir noch gar nicht deinen Namen gesagt.“

„Anja Tischer.“

Bei diesem Namen klingelt etwas in meinem Kopf. Wo hatte ich den schon mal gehört? Anja fasst nach meiner Hand und ich merke erst jetzt, wie kalt ihre Finger sind. Sie zieht mich etwas näher an die Gleise heran. Von weitem höre ich einen Zug kommen. Ich blicke nach rechts und jetzt kann ich ihn auch sehen. Er ist noch etliche Hundert Meter entfernt, aber ich fühle mich nicht wohl so nah an den Gleisen. Doch Anja zieht mich weiter.

„Hey, was hast du vor? Bleib stehen.“

Ich reiße mich von ihr los.

„Bist du verrückt? Willst du uns umbringen?“

„Hier ist es passiert. Vor ungefähr zwei Jahren. Erinnerst du dich an die Nachrichten?“

Der Zug rast an uns vorbei. Ein kurzes lautes Rauschen, dann ist es wieder still. Ich versuche, zu verstehen, was mir Anja erzählt hat und da fällt es mir plötzlich ein. Ich hatte es im Dorfladen gehört. Jetzt konnte ich die Frauen vor mir sehen, als sie von dem armen Mädchen geredet hatten, dass sich vor lauter Verzweiflung vor den Zug geworfen hatte. Sie war von ihren Klassenkameraden gemobbt worden. Irgendwann hatte sie es nicht mehr ausgehalten und sich umgebracht. Hieß sie nicht Tischer, Anja Tischer? Aber das kann doch nicht sein! Dieses Mädchen hier ist so lebendig wie ich. Ich gehe ein paar Schritte zurück.

„Hab keine Angst, Larissa. Es geht ganz schnell. Du wirst dich frei fühlen.“

Ich schaue sie an und bemerke, dass sie fast transparent wirkt. Das ist mir vorhin nicht aufgefallen. Sehe ich schon Gespenster? Ich taste nach meiner Stirn, aber die ist eiskalt. Langsam verschwimmen Anjas Konturen, ihr Gesicht wird immer blasser, bis ich kaum noch ihre Augen, die Nase oder den Mund erkenne. Sie nähert sich mir, streckt den Arm nach mir aus.

Ihre Worte klingen so undeutlich, als hätte sie Murmeln im Mund: „Der nächste Zug kommt bald. Gib mir deine Hand.“

Ich gehe noch ein paar Schritte rückwärts. Ein Ast liegt im Weg und ich stürze.

„Verschwinde! Verschwinde und lass mich in Ruhe! Ich will nicht sterben! Ich will leben!“

Den letzten Satz schreie ich, so laut ich nur kann. Die Furcht, die mir gerade noch in den Knochen steckte, ist verflogen. Ja, ich will leben und ich werde mir helfen lassen. Die Ritzerei muss ein Ende haben. Keinesfalls möchte ich es so weit kommen lassen wie Anja.

Wo ist sie überhaupt? Ich rappele mich vom Boden auf und drehe mich eine Runde um mich selbst. Sie ist verschwunden.

Ich sitze in meinem Zimmer vor dem Computer und starre auf die Facebook-Seite von Familie Tischer. Ihre Tochter war so alt wie ich, als sie das Mobbing ihrer Mitschüler nicht mehr aushielt und sich umbrachte. Ich blicke auf das Foto eines lächelnden Mädchens mit straßenköterblonden Haaren.

Dann öffne ich die Schublade des Nachtschränkchens und greife nach der Rasierklinge. Ich lege sie auf meine Handfläche und betrachte das metallene Ding, das seit einem Jahr meinen Alltag bestimmt. Ich will leben!, geht es mir durch den Kopf. Dann lege ich die Rasierklinge wieder zurück. Heute bin ich stark, heute schaffe ich es ohne die Klinge.

Am nächsten Morgen gehe ich mit einem Grummeln im Bauch zur Bushaltestelle. Als ich auf die Scheibe des Wartehäuschens schaue, traue ich meinen Augen kaum. Die schrecklichen Worte sind weg. Frau Lehmann drückt ihrem Sohn gerade einen Schwamm in die Hand und nickt mir freundlich zu.

Text und Foto: Susanne Sommerfeld

Auf den Whiskey gekommen

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

seit etlichen Jahren bin ich ja schon ein Irland-Fan. Die Landschaft, traumhaft schön und oft rau und stürmisch, hat mich einfach in ihren Bann gezogen. Die Menschen sind gastfreundlich und interessiert, das Essen wird immer besser, die Auswahl der Craft-Biere immer größer … Kurz gesagt: es wird Zeit, dass ich mich auch mit Whiskey beschäftige.

Ich habe (bis jetzt) wirklich überhaupt keine Ahnung von dieser Spirituose, habe im Internet auf einschlägigen Whisk(e)y-Seiten geschaut und bin vor ein paar Tagen auf gut Glück in einen Whiskyladen gegangen, den ich euch, so ihr denn aus Dresden kommt oder einmal in dieser schönen Stadt weilt, wärmstens ans Herz legen möchte.

Whisky & Genuss – so heißt der Laden und befindet sich in der Wallstraße 13, mitten im Herzen des Stadtzentrums. Die nette Verkäuferin hat mir einige Whiskeys empfohlen und mir zuerst jeweils eine Riechprobe unter die Nase gehalten. Dann habe ich mich für 3 Sorten zur Verkostung entschieden (Jameson Crested, Tullamore D.E.W. 14 Jahre, Writers Tears). Den Writers Tears habe ich dann als erstes aussortiert, war irgendwie nicht ganz so mein Geschmack. Vielleicht nehme ich den beim nächsten Mal noch mal ins Visier. Die Wahl zwischen dem Jameson und dem Tullamore fiel mir dann schon schwerer, aber am Ende habe ich mich für den etwas kräftigeren Tullamore entschieden.

 

 

Mein erster Whiskey und bestimmt nicht mein letzter! Dazu gab es dann noch das passende Glas und weil ich am Süßkram nicht vorbei kam, noch etwas Fudge mit Schokoüberzug und einen Whisky-Schokokuchen aus dem Glas. Dazu noch eine wohlriechende Seife in einer hübschen Dose mit Hochlandrind-Motiv. Nun freue ich mich aufs Wochenende. Da wird dann genossen. 🙂

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Kleiner Luchs

Hallo ihr Lieben,

ich war am Wochenende im Umland unterwegs. Plötzlich fühlte ich mich beobachtet und als ich genau hinsah, saß da ein Tier und sonnte sich. Auf den ersten Blick sah es wirklich aus wie ein kleiner Luchs. Es war aber „nur“ ein äußerst großer Kater.

 

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

 

 

Winterabend im gemütlichen Heim

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich habe heute meine Nelly fotografiert, während sie einen Winterabend, eingekuschelt in ihre Lieblingsdecke, verschläft. Dabei fielen mir folgende Zeilen ein:

 

Schnurrend tratst du in mein Leben, das du zärtlich jetzt regierst.

Machtest mich zum Katzennarr, stahlst mein Herz ganz ungeniert.

Im Fenster nur der Mond sich spiegelt, doch das lässt dich einfach kalt.

Völlig unbewegt verharrst du kleines Wesen, als wärst du nicht von dieser Welt.

Da liegst du, eingehüllt in eine warme Decke, träumend von Abenteuern, während die Nacht ganz langsam verstreicht,

nur deine Barthaare zucken ganz leicht.

Du süße Nelly, jetzt komm ich zu dir, streichele sanft dein weiches Fell.

Dein treuer Blick, der auf mich fällt, macht mein Herz weit und hell.

 

Liebe Grüße und kommt weiterhin gut durch den Winter,

eure Uta

 

Text und Foto: Uta Wentzke

Auf ins Jahr 2019!

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Hallo ihr lieben Leserinnen und Leser,

ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen. Der ein oder andere von euch hat sich sicher etwas für 2019 vorgenommen. Auch ich habe mir den ein oder anderen Plan überlegt.

Als erstes kommt das Schreiben: regelmäßiger, wenn möglich also jeden Tag, aber nicht in solchen Umfängen wie beim NaNoWriMo. Mein Ziel sind um die 250 Wörter am Tag, ein Ziel, was schaffbar sein sollte. Entweder schreiben oder auch korrigieren, das zählt ebenso. Mein NaNoWriMo-Projekt ist noch nicht ganz fertig. Dort heißt es, die Geschichte im Januar zu Ende zu bringen, um dann mit der ersten Überarbeitung zu beginnen und die Geschichte hoffentlich noch in diesem Jahr zu veröffentlichen. Außerdem habe ich mir vorgenommen, öfter mal eine Kurzgeschichte zu verfassen, um im Schreibfluss zu bleiben, auch wenn ich nicht am Roman arbeite. Diese werden dann auch hier auf dem Blog veröffentlicht und ich freue mich schon auf eure Kommentare und auch Anregungen.

Dann komme ich zum Thema Sport. Ich habe das im November und Dezember etwas schleifen lassen. Daher strebe ich wieder mindestens 2 x Ausdauertraining pro Woche an. Bewegung tut mir gut, also werde ich mich auch täglich an der frischen Luft bewegen, auch wenn das Wetter mal grauselig ist.

Das waren meine Vorsätze und ich denke, die sind nicht so utopisch, dass ich sie nicht schaffen könnte. Mögt ihr mir schreiben, was ihr für 2019 plant? Ich freue mich über eure Kommentare.

Ein gesundes neues Jahr euch allen,

eure Susanne

Fotos: Uta Wentzke

Katzenweihnacht – Eine weihnachtliche Kurzgeschichte (Teil 3/3)

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Mit einem Ruck fuhr der Schlitten an und Prinzesschen drückte sich fest auf das weiche Fell. Die Glöckchen der Rentiere bimmelten immer lauter, je schneller der Schlitten fuhr und mit einem Mal hoben alle neun Tiere ab.
„Wie im Film, es ist wie im Film“, murmelte Prinzesschen vor sich hin.
Als sich der Schlitten in die Luft erhob, spürte sie ein kribbelndes Gefühl im Bauch. Wenn das kein Abenteuer war! Sie würde dem Nachbarskater eines Tages davon erzählen. Seine Vogeljagd war nichts dagegen. Langsam entspannte sie sich und wagte sogar einen Blick nach unten.
„Gefällt dir das, kleine Katze?“, fragte der Weihnachtsmann und lächelte.
Prinzesschen nickte.
„Es ist einfach wunderbar. So ein Abenteuer hätte ich mir nie erträumt. Aber woher kennst du mich?“
„Mein entzückendes Prinzesschen. Ich kenne alle Menschen und ihre Wünsche, vor allem die der Kinder und der Tiere. Nun bist du an der Reihe, dass dir ein Traum erfüllt wird.“

Unter ihnen blitzten die ersten Lichter. Sie hatten die große Stadt erreicht. Prinzesschen kannte die Stadt, denn dort wohnte der Tierarzt.
„Halt dich fest, kleine Katze. Jetzt wird es ernst.“
Kaum hatte der Weihnachtsmann seine Worte ausgesprochen, neigte sich der Schlitten nach unten. Die Rentiere galoppierten in einem haarsträubenden Tempo dem Boden entgegen, zogen eine steile Kurve und landeten dann den Schlitten etwas unsanft auf der Straße. Prinzesschen hatte sich im Lammfell festgekrallt und entspannte sich erst, als der Schlitten zum Stehen kam.

Der Weihnachtsmann sprang trotz seines erheblichen Umfangs elegant vom Kutschbock und schnappte sich den ersten Sack von der Ladefläche.
„Worauf wartest du, Prinzesschen? Komm mit.“
„Rutschst du denn nicht durch den Schornstein?“
Der Weihnachtsmann grinste.
„Da hat das Fernsehen ja ganze Arbeit geleistet. Nein, ich bevorzuge schon immer Türen.“
Sie schlichen auf leisen Sohlen durch das stille Haus bis ins Wohnzimmer und legten die Geschenke unter den Weihnachtsbaum. Auf einmal knarzte im oberen Stock eine Diele und sie hörten ein leises Kichern. Prinzesschen zuckte zusammen, aber der Weihnachtsmann blieb gelassen. Er legte den Zeigefinger auf die Lippen und wies mit dem Kopf zur Terrassentür. Mit flinken Schritten verließen sie das Haus und tauchten im dunklen Garten unter.

„Hat dich schon mal ein Kind ertappt?“, fragte Prinzesschen, als sie wieder auf dem Schlitten saßen und zum nächsten Haus fuhren.
„Ja, das ist mir schon passiert. Zum Glück glaubte das Kind noch an mich und hat mich nur angestarrt.“
Gab es denn Kinder, die nicht an den Weihnachtsmann glauben?, fragte sich Prinzesschen.
„Ich kann deine Gedanken hören, kleine Katze. Glaube mir, es wird immer schwieriger, die Kinder davon zu überzeugen, dass es mich wirklich gibt.“

Die Nacht verging im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug. Sie hatten unzählige Geschenke verteilt. Prinzesschen stellte sich vor, wie die Kinderaugen am nächsten Tag leuchten würden.
Der Morgen graute bereits, als der Schlitten wieder vor Prinzesschens Haus landete. Wehmütig verabschiedete sie sich von den Rentieren. Wer wusste schon, ob sie sie je wiedersehen würde? Der Weihnachtsmann und seine Helfer machten sich nun wieder auf den Weg in den Norden, in ihre Heimat.
Prinzesschen drehte sich noch einmal um, als sie an der Haustür angekommen war. Rudolphs Nase blinkte rot, als der Weihnachtsmann das Signal zum Starten gab. Nach wenigen Sekunden war der Schlitten auch schon verschwunden.

Was für ein Abenteuer, dachte Prinzesschen und rollte sich in ihrem gemütlichen Bettchen zusammen. Sie träumte vom Weihnachtsmann, von fliegenden Rentieren und einer wilden Schlittenfahrt durch die Nacht. Am nächsten Tag wachte sie auf und hätte nicht sagen können, ob sie die Erlebnisse der letzten Nacht wirklich erlebt hatte oder ob alles nur ein Traum gewesen war. Ihr Blick fiel auf den Weihnachtsbaum, der prächtig geschmückt im Wohnzimmer stand. Darunter lagen vier Pakete, die gestern noch nicht dort gelegen hatten.

Prinzesschen setzte sich auf die Fensterbank und schaute zum Himmel. Wie immer im Winter wurde es schon wieder dunkel. Sie meinte, ein leises Glockengeläut zu vernehmen und dann sah sie es: ein rotes Blinken am Himmel. Kein Flugzeug, nein, es war Rudolph, der ihr einen freundlichen Gruß zu Weihnachten schickte.

 

Text: Susanne Sommerfeld

Foto: Uta Wentzke

Veranstaltungsinfo

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

seit einigen Monaten verfolge ich nun schon den Blog von Ines Gillmeister – Weg ins Leben 2.0.

Ines muss ihren Alltag mit zwei Kindern und zwei Hunden seit Juli 2018 komplett alleine stemmen, da ihr geliebter Mann leider an einem Multiplen Myelom gestorben ist. Leider wurde trotz einer großen DKMS-Aktion kein Stammzellspender für ihn gefunden.

Ines hat nun ein Buch über die Zeit seit Beginn der Erkrankung bis jetzt geschrieben und es wird von Eden books veröffentlicht. Um das Ganze noch zu krönen, findet Ende Januar die Buchpremiere in Berlin statt. Vielleicht wohnt ihr ja in Berlin und könnt Ines mit eurer Anwesenheit etwas unterstützen. Sie ist nämlich – logischerweise – schon sehr aufgeregt.

Hier findet ihr ihren Blogbeitrag dazu mit allen Informationen über das wann und wo der Buchpremiere: Buchpremiere.

Ich möchte noch betonen, dass ich keine Provisionen oder Ähnliches für diese Werbung bekomme. Es ist mir einfach ein Anliegen, Ines zu unterstützen. Ich finde ihr Engagement bemerkenswert. Es war sicher nicht leicht, über die Krankheit und das Sterben ihres Mannes zu schreiben und jetzt auch in der Öffentlichkeit darüber zu sprechen. Sie ist eine starke Frau, die alle Unterstützung verdient hat, die sie bekommen kann, auch wenn es nur in Form meines Blogbeitrages ist.

Liebe Adventsgrüße,

eure Susanne

Katzenweihnacht – Eine weihnachtliche Kurzgeschichte (Teil 2/3)

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„Ich bin übrigens Comet, eines der Rentiere von Santa Claus.“
„Comet, was für ein außergewöhnlicher Name. Wie viele Rentiere hat dieser Santa Claus denn?“
„Wir sind neun. Der Star ist natürlich Rudolph. Sicher hast du schon von ihm gehört.“
„Der mit der roten Nase? Franzi hat die Geschichte mal im Fernsehen geschaut.“
Comet seufzte.
„Ja, Rudolph kennt jeder. Nur wir werden gern mal vergessen.“
Das Rentier stapfte auf den Gartenzaun zu und schlüpfte durch das offene Türchen. Prinzesschen blieb stehen und schnupperte am Schnee. Der kitzelte in der Nase. Wieder eine neue Erfahrung. Schließlich hatte sie das Haus bis jetzt nur selten verlassen und wenn, dann nur im Auto der Mayers. Dann fuhren sie sie immer zum Tierarzt, eine unangenehme Sache. Ratlos schaute sie sich zum Haus um, dann wieder zum Gartentürchen. Sollte sie wirklich hinter dem seltsamen Rentier herlaufen? Was hatte Comet vor?
„Nun komm schon, Prinzesschen. Du wolltest ein Abenteuer und jetzt hast du die Chance. Du wirst doch nicht kneifen, oder?“

Sie und kneifen? Entschlossen schüttelte sie den Kopf und verließ den Garten ihrer Familie. Comet lief munter auf dem Bürgersteig vornweg und Prinzesschen hatte Müh und Not, mit ihren krummen Beinchen Schritt mit ihm zu halten. Doch sie würde sich nicht beschweren. Comet würde schon sehen, was in ihr steckte. Schließlich gehörte sie zur selben Familie wie Tiger und Löwen. Sie hüpfte durch den weichen Pulverschnee und genoss das kalte Gefühl an ihren Pfoten. Immer dichter fielen die Schneeflocken vom Himmel und ab und zu streckte Prinzesschen die Zunge heraus, um eine Flocke einzufangen.
„Du warst wirklich noch nie draußen, oder?“, fragte Comet nach einiger Zeit.
„Ich bin eine Hauskatze. Meine Familie hat Angst, dass ich unter die Räder komme. Schau dir doch bloß meine Beine an! Damit bin ich nicht gerade die Schnellste.“
Schweigend liefen die beiden weiter, bis sie die letzten Häuser und Laternen der Straße hinter sich gelassen hatten. Danach führte sie ein schmaler Pfad direkt in den dunklen Wald. Prinzesschen blieb stehen. Solch eine Schwärze hatte sie noch nie erlebt. Was alles hinter den vielen Bäumen lauern mochte?

Huh-Huhuhu-Huuuh!
Prinzesschen stemmte ihre Pfötchen in den Boden. Ihre Ohren zuckten in alle Richtungen.
„Was war das?“
„Nur ein Waldkauz. Vor dem brauchst du keine Angst zu haben. Der jagt Mäuse, so wie ihr Katzen auch.“
Ein Waldkauz, was das wohl sein mochte? Doch sie fragte nicht nach. Comet hielt sie schon für unwissend genug. Langsam lief sie weiter, schaute sich aber immer wieder um. Sie war erstaunt, wie gut sie im Dunkeln sehen konnte, aber auch ihre Ohren vernahmen selbst leiseste Geräusche. Überall raschelte und knackte es. Ihre Nerven waren bis auf Ärgste gespannt.
„Sag mal, Comet, wohin gehen wir denn?“
Er antwortete nicht, sondern wies mit einer nickenden Bewegung nach vorn. Ein rot blinkendes Licht war zwischen den Bäumen zu sehen. Dann hörte sie das leise Bimmeln von Glöckchen. Dieses Geräusch hatte sie schon einmal gehört, in dem Film über das Rentier Rudolph, den Franzi damals zu Weihnachten gesehen hatte.

Prinzesschen lief so schnell es ihre unförmigen Beinchen erlaubten. Comet eilte neben ihr her. An der Lichtung angekommen, stoppte sie. Sie traute ihren Augen kaum. Die Szene wirkte, als wäre sie einem Traum oder ihrer abenteuerlustigen Fantasie entsprungen. Comet stupste sie an und Prinzesschen schlich auf die acht Rentiere zu, die sich um einen großen Holzschlitten geschart hatten. Auf dem Schlitten saß ein in einen roten Mantel gekleideter Mann von unschätzbarem Alter mit einem weißen langen Bart und vor Freude blitzenden Augen. Er lachte laut und hielt sich dabei seinen dicken Bauch.
„Hey, Comet! Wen hast du denn da mitgebracht?“
Neugierige Blicke hefteten sich auf sie und der Mann – das musste wohl der Weihnachtsmann sein – stieg von seinem Schlitten. Er hockte sich vor sie hin und schaute sie freundlich an.
„Bist du etwa Prinzesschen, die kleine Katze, die von großen Abenteuern träumt?“
Prinzesschen war so verdutzt, dass sie kein Wort hervorbrachte. Der Mann erhob sich und lachte erneut herzhaft. Dann klatschte er in die Hände.
„Na, dann wollen wir mal. Auf geht‘s. Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Prinzesschen staunte, wie schnell sich die Rentiere vor dem Schlitten sortiert hatten, Rudolph selbstverständlich vorn an der Spitze. Das berühmte Rentier war leicht zu erkennen, denn seine Nase leuchtete in demselben Rot wie der Mantel des Weihnachtsmannes. Dieser spannte die Rentiere an und setzte sich auf den Kutschbock. Mit seiner rechten Hand klopfte er neben sich.
„Willst du hier Wurzeln schlagen, Prinzesschen? Spring auf den Schlitten. Du darfst neben mir sitzen.“
Mit einem Satz sprang sie hinauf und nahm auf dem weichen Lammfell Platz. Sie schaute sich um und sah, dass der Schlitten voller Säcke war. Das waren vermutlich die Geschenke für die Kinder.
„Los, meine Rentiere. Ihr wisst, was ihr zu tun habt. Lasst uns den Kindern das Weihnachtsfest versüßen.“

 

Text: Susanne Sommerfeld

Foto: Uta Wentzke