🐈 Samira🌈

Liebe Leserinnen und Leser,

heute habe ich eine traurige Nachricht für euch. Samira, auch liebevoll Sammy genannt, war schon eine Weile nicht mehr so fit und hat nun nach 13 gemeinsamen schönen Jahren den Gang über die Regenbogenbrücke angetreten. Ihre Familie und natürlich auch ihre Schwester Nelly vermissen sie sehr.

Du wirst uns allen sehr fehlen, Samira. Danke für die gemeinsame Zeit.

Liebe Grüße, eure Uta

Wie Hund und Katz

Liebe Leserinnen und Leser,

vor einigen Monaten habe ich mich an einer Ausschreibung für eine Spendenanthologie beteiligt. Leider hat es meine Geschichte „Wie Hund und Katz“, in der das euch sicher noch bekannte Prinzesschen die Hauptrolle spielt, nicht in die Anthologie geschafft. Daher dürft ihr sie heute hier lesen. Die vorherigen Prinzesschen-Geschichten findet ihr hier: https://books2cats.wordpress.com/prinzesschen/.

Wie Hund und Katz

Prinzesschen öffnete erst ein Auge zu einem schmalen Schlitz, dann das andere. Ihre Schwanzspitze zuckte nervös hin und her und das Fell sträubte sich leicht. Durch das einen Spalt geöffnete Fenster drang ein jämmerliches Miauen und Fauchen. Aufgeregtes Kläffen begleitete das Wehklagen.

Prinzesschen schaute in den Garten. Noch nie hatte sie das Haus verlassen. Sie war das, was man einen Stubentiger nannte. Ihre Familie, die Mayers, sorgte sich darum, sie könne nicht schnell genug mit ihren kurzen krummen Beinchen vor einem der Autos flüchten, die ständig durch die Wohnsiedlung rasten. Von Geburt an war sie mit diesen unförmigen Beinen gestraft, die ihr in den ersten Lebensjahren ein Leben im Tierheim beschert hatten. Die Mayers waren ihr persönliches Wunder. Denn die hatten darauf bestanden, genau sie mit nach Hause zu nehmen und nicht etwa die langbeinigen und stupsnasigen Schönheiten in den anderen Zwingern.

Ein erneutes Miauen und ein antwortendes Gebell rissen Prinzesschen aus ihren Gedanken. Sie erhob sich von ihrem Lieblingsschlafplatz auf der Fensterbank. Dann streckte sie sich, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen. Sie entdeckte den Verursacher der Katzenmusik auf dem Apfelbaum der Mayers. Es war Anton, der wohlgenährte Nachbarskater. Er hockte auf einem Ast etwa zwei Meter über dem Boden und fauchte und maunzte im Wechsel. Sein rotes Fell sträubte sich derart, dass jedes einzelne Haar zu erkennen war. Unter dem Baum sprang Nachbarsdackel Waldi wie ein Gummiball auf und ab und kläffte. Waldi war der Schreck aller freilaufenden Katzen im Wohngebiet, da er gern allein herumstreunte und jeden jagte, der ihm in die Quere kam. Heute war Anton an der Reihe.

Prinzesschen hatte Mitleid mit ihm. Wie konnte sie ihn bloß aus seiner misslichen Lage befreien? Anton war zwar oft schlecht gelaunt, vor allem, weil seine Familie ihn ständig auf Diät setzte, damit er weiterhin durch die Katzenklappe passte. Seine Übellaunigkeit hatte er schon oft an ihr ausgelassen und sich über sie lustig gemacht, weil ihre größte Freiheit die war, am offenen Fenster zu sitzen und sehnsüchtig in den Garten zu schauen. Trotzdem würde sie ihm helfen. Aber wie sollte sie das anstellen? In ihrem Haus gab es keine Katzenklappe und die Terrassentür war geschlossen. Der Spalt im einzigen offenen Fenster war mit einem Gitter gesichert, damit sie sich nicht hindurchquetschte.

Sie sprang von der Fensterbank hinunter und tapste in den Flur. Die Zweibeiner benutzten immer diesen Hebel an der Tür, um ins Freie zu gelangen. Doch der lag in scheinbar unerreichbarer Höhe. Sie würde es dennoch versuchen. Sie nahm ihre ganze Kraft zusammen und sprang nach oben. Doch sie verfehlte die Klinke um etliche Zentimeter. Mehrmals versuchte sie den Sprung, aber immer erfolglos. Ratlos schaute sie sich im Flur um und ihr Blick fiel auf den Schuhschrank. Von dort aus konnte sie es schaffen. Nach drei Versuchen hing sie mit beiden Vorderpfoten an der Klinke und die Tür öffnete sich einen Spaltbreit.

Vorsichtig steckte sie ihren Kopf durch die Haustür. Ihr wurde schwindlig bei dem Gedanken an die vor ihr liegende Freiheit. Sollte sie es wagen? Waldi kläffte immer hysterischer. Von Anton war kein Laut mehr zu hören. Langsam setzte Prinzesschen eine Pfote vor die andere auf den ungewohnten Untergrund, erst der gepflasterte Weg, dann der Rasen, der sie nach hinten in den Garten und somit zum Apfelbaum des Schreckens führte. Immer wieder blieb sie stehen und atmete tief durch. Sie bog um die Ecke und beobachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung. Wie rettete man eine Katze vor einem wahnsinnigen Hund?

Erst einmal würde sie Waldi ablenken. Dann war es Anton vielleicht möglich, vom Baum herunterklettern und sich in Sicherheit zu bringen. Sie miaute laut, geradewegs so, als ob sie bei den Mayers um Futter bettelte. Waldi verstummte augenblicklich und schaute zu ihr herüber. Seine Zunge hing aus dem Maul wie ein rosafarbener Lappen und in seinen Augen blitzte die Jagdlust auf.
Bevor Prinzesschen einen weiteren Gedanken fassen konnte, stürzte er auf sie zu. Seine Dackelbeine waren ähnlich kurz und krumm wie ihre, aber er war dennoch wesentlich schneller als sie. Sollte sie davonlaufen oder sich ihm im Kampf stellen? Warum hatte sie sich nicht vorher einen besseren Plan überlegt?

Kurz vor ihr bremste Waldi ab und rutschte dann auf dem Bauch auf sie zu. Noch immer hing ihm die Zunge aus dem Maul, aber der verrückte Blick war aus seinen Augen gewichen. Er schaute sie fragend an und setzte sich vor sie hin.
»Hast du denn überhaupt keine Angst vor mir?«, fragte er. »Hat es dir etwa die Sprache verschlagen, Mieze?«
Das hatte es in der Tat, denn Prinzesschen hatte sich bisher nur mit anderen Katzen unterhalten, aber noch nie mit einem Hund. Hunde gehörten seit jeher zu ihren Feinden. Das hatte sie im Tierheim gelernt.
Sie räusperte sich, was sich so anhörte, als würde sie ein Fellbüschel herausbringen.
»Natürlich hatte ich Angst. Du bist ein gemeiner Kerl und ärgerst gern Katzen. Aber ich konnte doch nicht zulassen, dass du Anton so einen Schrecken einjagst und er sich nicht mehr vom Baum hinunter traut.«
Für Außenstehende mochte es ein urkomisches Bild abgeben, wie der Dackel vor der kleinen schwarzen Katze hockte und sie anbellte und diese ihm in ihrer eigenen Sprache antwortete.
Hinter ihr raschelte es leise. Prinzesschen drehte sich um. Anton schlich durch das Gras und fixierte Waldi. Seine Augen waren zu schmalen Schlitzen zusammengezogen. Waldi winselte.
»Es… Es… Es tut mir leid. Manchmal geht es mit mir durch. Da muss ich nur eine Katze sehen und schon will ich sie jagen.«
»So, leid tut dir das jetzt also?«, fauchte Anton und sprang auf Waldi zu. Er hatte die Krallen ausgefahren und war bereit, sie den Hund spüren zu lassen. Dieser taumelte erschrocken zurück und warf sich auf den Rücken. Seine Rute klemmte er zwischen die Hinterbeine.
»Was soll das denn jetzt?«, wendete sich Anton an Prinzesschen.
»Keine Ahnung, warum er jetzt wie ein Käfer auf dem Rücken liegt.«
Sie stupste ihn vorsichtig mit der Pfote an.
»Das ist die Hundeart, euch um Verzeihung zu bitten.«, jammerte Waldi.
Anton fauchte und sträubte erneut sein Fell. Prinzesschen schnurrte und rieb ihren Kopf an seinem.
»Komm, Anton, gib dir einen Ruck. Du siehst doch, wie traurig er ist. Es tut ihm wirklich leid.«
»So einfach soll ich es ihm machen? Er setzt seinen Dackelblick auf und alles ist vergeben?«
Prinzesschen seufzte. »Du solltest über deinen Schatten springen und ihm verzeihen. Damit zeigst du mehr Größe, als wenn du jetzt die beleidigte Leber…, ich meine, die beleidigte Katze spielst.«
Waldi legte den Kopf schief. Sein treuer Hundeblick hätte einen Eisberg zum Schmelzen gebracht.
»Fein! Ihr habt mich weichgekocht. Ich verzeihe dir. Aber eins musst du mir versprechen.«
Waldi nickte eifrig. »Natürlich. Ich verspreche dir alles.«
»Du jagst ab sofort keine Tiere mehr. Keine Katzen, keine Vögel, keine Eichhörnchen, niemanden mehr. Versprichst du mir das?«
»Aber… Aber…«, stammelte Waldi und seine Nase zuckte.
Anton runzelte die Stirn.
»Hab ich es doch gewusst. Du meinst es gar nicht ernst mit deiner Reue.«
»Doch, doch«, antwortete Waldi. »Aber du verlangst ganz schön viel von einem Jagdhund. Und der bin ich nun mal.«
Anton rollte mit den Augen. »Meine Vorfahren waren auch Mäusejäger und siehst du mich jagen?«
Prinzesschen war den Streit leid und stellte sich zwischen die beiden Streithähne.
»Können wir uns nicht auf einen Kompromiss einigen? Waldi jagt nicht mehr in unserem Revier. Wenn er mit seiner Familie wegfährt, darf er dort nach Herzenslust herumstreunen und Katzen erschrecken.«
Anton holte tief Luft und hielt dem Dackel seine Pfote hin.
»Akzeptiert.«
Waldi schlug ein und bellte freudig.

»So, was stellen wir jetzt an?«, fragte Prinzesschen. »Schließlich werde ich nach diesem Ausflug so schnell nicht mehr hinaus dürfen.«
»Ich habe eine Idee«, sagte Anton und flüsterte ihnen etwas ins Ohr.
Gemeinsam zogen sie los, um das Wohngebiet zu erkunden. Nach einer Weile hob Anton die Nase in die Luft. Auch Waldi schnüffelte aufgeregt.
»Riecht ihr das?«, fragte der Kater. »Das kommt aus der Küche von der alten Frau Miesmann.«
Prinzesschen hatte Mühe, mit ihren beiden Freunden Schritt zu halten, die auf den vielversprechenden Duft zueilten. Anton sprang mit einem Satz in das Küchenfenster und kam eine Minute später mit einem großen Stück Schinken im Maul zurück. Frau Miesmann schrie und schimpfte, aber da waren die drei Freunde schon um die Ecke verschwunden.

Wenig später lagen sie satt und zufrieden unter dem Apfelbaum. Der Schinken hatte ausgezeichnet geschmeckt.

Text: Susanne Sommerfeld

Prinzesschen und Anton

Ein herzzerreißendes Maunzen riss Prinzesschen aus ihren Träumen. Anton saß im Garten und bot einen kläglichen Anblick. Sein Fell war vollständig von einer Schmutzschicht undefinierbarer Herkunft überzogen und er zitterte. Prinzesschen sprang von der Fensterbank und sauste durch die Katzenklappe nach draußen.
»Was ist denn mit dir passiert?«
Sie rümpfte die Nase. Er verströmte einen Geruch, als wäre er aus einer Mülltonne gestiegen.
»Frag nicht«, brummte Anton. »Meine Familie…«
»Deine Familie hat dir das angetan?«
Prinzesschen sträubte entrüstet das Fell und warf ihren bitterbösesten Blick hinüber zum Nachbarhaus.
»Nun lass mich doch mal ausreden.«
Anton schüttelte sich und Prinzesschen machte einen Satz nach hinten, um nichts von dem Dreck abzubekommen.
»Hey, pass doch auf. Mein schönes Fell.«
Sein beleidigter Blick traf sie ins Herz.
»Entschuldigung«, murmelte sie.
»Meine Familie ist in den Urlaub gefahren.«
»Wie kann man denn zu Weihnachten wegfahren?«
»Sie haben keine Lust auf Weihnachtsbaum und Weihnachtsgans, sagen sie. Und auf die stressige Familienfeier auch nicht.«
»Kann ich nachvollziehen«, sagte Prinzesschen und erinnerte sich an das letzte Weihnachtsfest. Der verrückte Dalmatiner hatte beinahe das ganze Fest ruiniert. Der arme Baum musste gleich am ersten Tag dran glauben.
»Vor ein paar Tagen haben sie mich deswegen in der Tierpension abgeliefert.«
Tierpension, das Unwort schlechthin für alle Hunde und Katzen, die jedes Jahr dort für ein paar Wochen untergebracht wurden, damit ihre Dosenöffner sich an den Strand legen konnten. Und das alles nur, um danach mit hochroten Köpfen und verbrannten Rücken wieder heimzukehren.
»Zumindest dachte ich, es wäre eine Tierpension…«
»Was meinst du damit?«
Anton schüttelte sich erneut. Braune Schmutztropfen trafen Prinzesschen im Gesicht. Sie fauchte, aber ein Blick in seine traurigen Augen ließ sie verstummen.
»Es war keine Tierpension, es war das Tierheim. TIERHEIM, verstehst du?«
Prinzesschen sprang auf und machte einen Buckel. Im Tierheim zu landen, war das Schlimmste, was einer Katze widerfahren konnte. Das wusste sie von den Mayers. Die schauten jeden Sonntag eine Fernsehsendung, in der Tiere neue Dosenöffner suchten. Frau Mayer saß dann immer mit Tränen in den Augen vor der Flimmerkiste. »Die armen Tiere. Wie können die Menschen nur zulassen, dass sie ins Tierheim kommen?«

Frau Mayer hatte Anton mit einem nach Lavendel duftenden Shampoo gewaschen, was er ihr sichtlich verübelte. Eine Schüssel mit Thunfisch und eine Extrastreicheleinheit später war er wieder versöhnt und schnurrte wohlig vor sich hin. Prinzesschen fühlte eine Welle der Eifersucht aufsteigen, schämte sich aber sofort dafür. Was hatte ihr Freund alles erleben müssen in den letzten Tagen. Er hatte diese Pause wahrlich verdient.

»Hast du mit den Brinkmanns gesprochen«, fragte Herr Mayer.
Prinzesschen spitzte die Ohren. Auch Anton öffnete langsam seine Augen und vergaß vor Schreck, weiter zu schnurren.
»Du wirst es nicht glauben, die sind doch tatsächlich ausgezogen. Ich kann mir das überhaupt nicht erklären. Die müssen vollkommen überstürzt verschwunden sein. Das Haus ist komplett leergeräumt.«
Herr Mayer schüttelte den Kopf und betrachtete Anton mit einem zutiefst betrübten Blick.
»Wo eine Katze satt wird, bekommen wir auch den Kater satt«, sagte er seufzend und kraulte Antons dicken Bauch.

Anton saß vor dem Weihnachtsbaum und spielte mit einer glitzernden Kugel.
»Das würde ich lassen, wenn du hier wohnen bleiben willst. Frau Mayer ist in solchen Dingen sehr empfindlich.«
»Nun sei doch kein Spielverderber, Prinzesschen.«
Anton konnte die Kugel einfach nicht aus den Augen lassen. Sein roter Pelz, der nun wieder glänzte, spiegelte sich darin. Was für ein prachtvoller Kater er doch war. Seine Familie würde es bereuen, ihn zurückgelassen zu haben.
»Sind die beiden nicht zauberhaft?«, jubelte Frau Mayer.
Prinzesschen runzelte die Stirn. Die Eifersucht pikste sie mit ihrem unbarmherzigen Stachel, als Frau Mayer Antons Kopf streichelte. Der Kater zeigte sich von seiner besten Seite und schnurrte wie ein gut laufender Motor. Schon schämte sich Prinzesschen für ihre Gedanken. Warum sollte sie ihr wunderbares Heim nicht mit ihrem Freund teilen? Es war genügend Liebe und Futter für sie beide da.

Heiligabend war gekommen. Der Duft nach Gänsebraten und Bratäpfeln schwebte durchs Haus. Anton leckte sich das Maul.
»Oh Mann, riecht das gut bei euch.«
»Denk bloß nicht, dass wir etwas davon abbekommen. Für uns gibt es nach wie vor nur Katzenfutter. Die Menschen teilen ihr Futter nicht gern mit uns.«
Anton strich schnurrend um Frau Mayers Beine. Prinzesschen rollte mit den Augen. Ihr Freund war so verfressen, dass er vor nichts zurückschreckte. Aber halt, was war das? Frau Mayer zupfte ein Stück Gänsefleisch von der Keule und hielt es Anton vor die Nase. Der schnappte sich das Fleisch und zwinkerte Prinzesschen zu. War das zu fassen? Jahrelang hatte sie versucht, an derartige Leckereien zu kommen und war gescheitert. Von Anton konnte sie noch etwas lernen.

Es klingelte an der Tür. Vor Schreck sprang Anton unter den Weihnachtsbaum. Die Kugeln klirrten, der Baum schwankte bedrohlich, Frau Mayer quiekte und Herr Mayer sprang herbei, um den Baum zu retten.
»Dabei ist der Hund noch nicht mal drin«, brummte er.

»Ich verstehe gar nicht, was er hat«, sagte Franzi.
Prinzesschen beobachtete von ihrem sicheren Fensterplatz aus, wie der Dalmatiner vergeblich versuchte, Anton unter dem Baum hervorzulocken. Dieser fauchte und buckelte, doch der Hund ließ sich davon nicht beeindrucken. Er schien das Ganze für ein Spiel zu halten.
»Das mir ja der Baum nicht wieder umgeworfen wird«, jammerte Frau Mayer und raufte sich ihre frisch gelegte Dauerwelle.
»Ach, Mama, Bodo will doch nur spielen.«

Prinzesschen setzte sich neben den Hund und legte die Ohren an. So ein Theater mit diesem Wirbelwind. Er war gewachsen, hatte aber scheinbar nichts dazugelernt.
»Hey, du Rüpel, so machst du dir keinen Katzenfreund.«
Verdutzt setzte Bodo sich auf sein Hinterteil und starrte Prinzesschen an.
»Hast du denn noch immer nicht gelernt zu sprechen?«
»Wuff.«
Prinzesschen seufzte. Es war sinnlos, diesem Tier etwas beibringen zu wollen. Selbst Franzi war daran gescheitert, wie sie feststellen musste. Hunde waren nicht halb so clever wie Katzen.
»Wuff.«
Prinzesschen versetzte ihm einen kurzen, aber kräftigen Hieb auf die Nase und fauchte. Winselnd legte er sich auf den Boden.
»So, und jetzt lässt du Anton in Ruhe. Hast du mich verstanden?«
Bodo machte einen Satz zur Seite und geriet mit der Rute in die Lichterkette. Erschrocken rannte er los und riss den Weihnachtsbaum mit sich.
»Bei euch ist wirklich immer was los«, sagte Anton und kicherte.
»Jingle Bells, Jingle Bells…«, tönte es durchs Haus, während die Mayers verzweifelt hinter Bodo her jagten.
Prinzesschen sprang aufs Sofa und rollte sich in ihrem Bettchen zusammen. Binnen weniger Sekunden war sie eingeschlafen. Sie träumte von einer riesigen Gänsekeule.

Uta und ich wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest und kommt gesund ins neue Jahr.

Text: Susanne Sommerfeld

So ein Hübscher …

Liebe Leserinnen und Leser,

schaut mal, wen ich heute auf meinem sonnigen, frühlingswarmen Novemberspaziergang an der Elbe getroffen habe:

Ist er nicht ein hübscher Kerl? Und ich bin mir sicher, er weiß das auch.

Nach meinem Spaziergang war der Kopf frei für die weitere Überarbeitung. Ich bin auf einem guten Weg, meinen Roman voranzutreiben und gleichzeitig eine neue Kurzgeschichte für einen Wettbewerb zu schreiben bzw. zu überarbeiten.

Wenn ihr mehr über meine Teilnahme am NaNoWriMo wissen möchtet, folgt mir gern auf Instagram: https://www.instagram.com/susanne.sommerfeld/.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße, Susanne

Ausflug

Liebe Leserinnen und Leser,

 

die Sonne schien, die Temperaturen waren frühlingshaft angenehm und trotz der Ausgangsbeschränkungen durften wir einen Ausflug direkt vor unserer Haustür unternehmen. Seit langem hatte ich wieder mal meine Hosentaschenkamera dabei und habe ein paar Schnappschüsse aufgenommen:

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Kater Oskar genießt seinen Mittagsschlaf

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Zauneidechse

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Turmfalke

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Liebe Grüße, Susanne

Prinzesschen und das Osterfest

Prinzesschen saß auf ihrem Lieblingsplatz, der Fensterbank in der Küche. Sehnsüchtig schaute sie in den Garten. Der Schnee war vor einigen Tagen endgültig geschmolzen und die ersten Schneeglöckchen begrüßten zaghaft den Frühling. Herr Mayer holte gerade die Morgenzeitung aus dem Briefkasten.
„Schau mal, Prinzesschen, welch herrliches Wetter heute ist“, rief er ihr vom Flur aus zu.
Prinzesschen lief ihm entgegen und sah, dass die Haustür noch immer offen stand. Herr Mayer lachte und zeigte mit dem Finger nach draußen.
„Geh doch mal raus und genieße die frische Luft. Aber pass mir mit der Straße auf.“
Dann scheuchte er sie förmlich aus dem Haus. Er konnte ja nicht ahnen, dass Prinzesschen längst wusste, wie es dort draußen aussah. Ihren Ausflug mit dem Weihnachtsmann und seinen Rentieren hatte sie nicht vergessen.

Erschrocken fauchte der rote Nachbarskater sie an, als sie auf einmal neben ihm am Vogelhaus auftauchte.
„Mit mir hast du nicht gerechnet, was?“
Da der Kater nicht antwortete, stellte sie ihm die nächste Frage: „Wie heißt du eigentlich?“
Er schaute recht verdattert, brachte dann aber stotternd hervor: „A… A… Anton. Bist du nicht Prinzesschen? Seit wann darfst du denn raus?“
„Das ist mein erster Tag. Magst du mir nicht ein wenig die Gegend zeigen?“

Und so kam es, dass Prinzesschen und Anton den ganzen Vormittag durch die Siedlung streiften. Anton wusste einiges über die Bewohner zu berichten. Er warnte sie auch vor Gefahren, zum Beispiel dem schlechtgelaunten Dackel in Nummer 32.
„Das Grundstück betrittst du besser gar nicht. Waldi ist nicht gut auf Katzen zu sprechen und wenn er dich erwischt, … Ach, denk besser gar nicht daran. Halte dich einfach fern von Nummer 32.“
Prinzesschen versuchte, sich alles zu merken, was Anton ihr berichtete, aber nach etlichen Gärten schwirrte ihr der Kopf. Das waren zu viele Informationen auf einmal.
„Du hör mal, Anton. Ich brauche eine Pause. Geh doch schon mal weiter. Ich lege mich hier ein wenig in die Sonne.“
„Na klar, wir sehen uns später.“
Prinzesschen sah dem Kater hinterher, der mit einiger Mühe versuchte, sein dickes Hinterteil durch eine Lücke im Gartenzaun zu quetschen. Dann legte sie sich an den Rand der schützenden Hecke und streckte die Beine von sich. Die Strahlen der Frühlingssonne wärmten ihren Pelz. Genüsslich schnurrend schloss sie die Augen. Die neu gewonnene Freiheit gefiel ihr, war aber auch anstrengend.

„Guck mal, Flitzi, die hat ja krumme Beine. Wetten, dass die nicht so schnell rennen kann wie wir?“
„Natürlich nicht, Mümmel, wie sollte sie auch? Wir können Haken schlagen. Das können diese Kratzbürsten zum Glück nicht.“
Prinzesschen wackelte mit den Ohren. Was war das für ein Gekicher? Sicher träumte sie noch. Auf einmal traf sie etwas am Kopf. Erschrocken sprang sie auf und fauchte.
„Oh, jetzt haben wir aber Angst.“
Prinzesschen blinzelte mehrmals, aber das Bild, was sich ihr bot, wollte einfach nicht verschwinden. Nur einen Meter von ihr entfernt saßen zwei Hasen und starrten sie an. Nun sah sie auch, was sie an den Kopf geworfen bekommen hatte, einen dicken Tannenzapfen. Die beiden Langohren stießen sich an, kicherten und hielten sich die Bäuche. Was waren das für alberne Wesen?
„Was gibt es denn da zu lachen?“
„Du solltest mal dein Gesicht sehen“, sagte der kleinere der beiden.
„Ja, du schaust ganz schön bedeppert aus der Wäsche“, erwiderte der andere.
Prinzesschen schnaubte und warf den Kopf in den Nacken. Sie hatte es wahrlich nicht nötig, sich von solch ein paar dahergelaufenen Hasen beleidigen zu lassen.
„Ach, nun schau einer an. Jetzt ist die Dame auch noch beleidigt. Hey, es tut uns leid. Wir haben einen harten Job und wollten auch mal unseren Spaß haben.“
„Harter Job? Was macht ihr denn?“, fragte Prinzesschen und ging einen Schritt auf die beiden zu.
„Wir sind Osterhasen. Hast du sicher schon mal gehört. Meine Freundin Flitzi und ich, Mümmel, müssen jedes Jahr dafür sorgen, dass die Kinder in den Gärten ihre Osternester gefüllt vorfinden. Sehr anstrengende Angelegenheit.“
Prinzesschen nickte beeindruckt.
„Da habt ihr ja noch einiges zu tun. Ist nicht diesen Sonntag schon Ostern?“
„Ja, pass nur auf, ob nicht auch in deinem Garten etwas zu finden ist.“
Noch bevor Prinzesschen eine weitere Frage stellen konnte, waren die beiden Hasen schon davongehoppelt.

„Na, hast du dich schön ausgeruht?“
Anton steckte den Kopf durch die Hecke und zwängte dann den Rest seines Körpers durch die Zweige.
„Du glaubst ja nicht, was ich gerade erlebt habe.“
„Hat dich das Eichhörnchen geärgert? Oder haben die Müllers ihren Kater rausgelassen?“
„Nein, viel besser. Zwei Osterhasen habe ich gesehen. Flitzi hieß der eine, Mümmel der andere.“
Anton schaute sie verdutzt an.
„Ich glaube, du hast zu lange in der Sonne gelegen. Du bist das ja auch gar nicht gewöhnt. Lass uns heimgehen.“
Auf dem Heimweg versuchte Prinzesschen erneut, Anton von ihrer Begegnung zu erzählen, der aber schüttelte nur den Kopf und schaute sie mitleidig an.
„Armes Kätzchen. Du solltest doch lieber im heimischen Garten bleiben. Zu viel Freiheit scheint dir nicht zu bekommen.“
Sie gab es auf. Anton würde ihr nicht glauben. Der Kater hatte eben keine Fantasie.

Am Morgen des Ostersonntags regnete es. Doch Prinzesschen stellte sich an die Haustür und miaute.
„Du willst wirklich bei diesem Wetter raus?“, fragte Herr Mayer.
Prinzesschen sah ihn bittend an und die Tür zur Freiheit öffnete sich. Suchend streifte sie durch den Garten, warf einen Blick unter den Rhododendron und prüfte das Vogelhaus, aber es war nichts zu sehen. Dann endlich, als sie es schon aufgeben wollte, sah sie etwas Rotes unter der Buchsbaumhecke hervorblitzen. Mit sanften Schritten näherte sie sich dem Objekt. Was dies wohl sein mochte? Sie stupste das rote Ding mit der Nase an. Ein Ei, so groß wie Franzis Tennisball, aus Plastik. Als sie es mit der Pfote anstupste, klingelte eine Glocke im Inneren. Ein Spielzeug, ganz für sie allein.

Osterhasen gibt es eben doch!

 

Text und Foto: Susanne Sommerfeld

Darf ich vorstellen? – Mochi

Meine liebe Brieffreundin aus Amerika hatte ja vor einiger Zeit ihren geliebten Kater Auggie über die Regenbogenbrücke gehen lassen müssen. Nun hat sich unverhofft neuer Nachwuchs eingestellt. Eigentlich hatte sie gar nicht vor, so schnell eine neue Katze in ihr Leben zu lassen, aber Mochi – so der Name des Neuzugangs – ist ein Notfall und brauchte dringend ein Zuhause.

Wer kann auch so einer niedlichen Miez widerstehen? Bei meiner Freundin wird sie ein schönes Leben haben, dessen bin ich mir ganz sicher.

 

Text: Susanne Sommerfeld

Fotos: Shangching