Auf den Whiskey gekommen

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

seit etlichen Jahren bin ich ja schon ein Irland-Fan. Die Landschaft, traumhaft schön und oft rau und stürmisch, hat mich einfach in ihren Bann gezogen. Die Menschen sind gastfreundlich und interessiert, das Essen wird immer besser, die Auswahl der Craft-Biere immer größer … Kurz gesagt: es wird Zeit, dass ich mich auch mit Whiskey beschäftige.

Ich habe (bis jetzt) wirklich überhaupt keine Ahnung von dieser Spirituose, habe im Internet auf einschlägigen Whisk(e)y-Seiten geschaut und bin vor ein paar Tagen auf gut Glück in einen Whiskyladen gegangen, den ich euch, so ihr denn aus Dresden kommt oder einmal in dieser schönen Stadt weilt, wärmstens ans Herz legen möchte.

Whisky & Genuss – so heißt der Laden und befindet sich in der Wallstraße 13, mitten im Herzen des Stadtzentrums. Die nette Verkäuferin hat mir einige Whiskeys empfohlen und mir zuerst jeweils eine Riechprobe unter die Nase gehalten. Dann habe ich mich für 3 Sorten zur Verkostung entschieden (Jameson Crested, Tullamore D.E.W. 14 Jahre, Writers Tears). Den Writers Tears habe ich dann als erstes aussortiert, war irgendwie nicht ganz so mein Geschmack. Vielleicht nehme ich den beim nächsten Mal noch mal ins Visier. Die Wahl zwischen dem Jameson und dem Tullamore fiel mir dann schon schwerer, aber am Ende habe ich mich für den etwas kräftigeren Tullamore entschieden.

 

 

Mein erster Whiskey und bestimmt nicht mein letzter! Dazu gab es dann noch das passende Glas und weil ich am Süßkram nicht vorbei kam, noch etwas Fudge mit Schokoüberzug und einen Whisky-Schokokuchen aus dem Glas. Dazu noch eine wohlriechende Seife in einer hübschen Dose mit Hochlandrind-Motiv. Nun freue ich mich aufs Wochenende. Da wird dann genossen. 🙂

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

Kleiner Luchs

Hallo ihr Lieben,

ich war am Wochenende im Umland unterwegs. Plötzlich fühlte ich mich beobachtet und als ich genau hinsah, saß da ein Tier und sonnte sich. Auf den ersten Blick sah es wirklich aus wie ein kleiner Luchs. Es war aber „nur“ ein äußerst großer Kater.

 

 

Text und Fotos: Susanne Sommerfeld

 

 

Auf ins Jahr 2019!

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Hallo ihr lieben Leserinnen und Leser,

ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen. Der ein oder andere von euch hat sich sicher etwas für 2019 vorgenommen. Auch ich habe mir den ein oder anderen Plan überlegt.

Als erstes kommt das Schreiben: regelmäßiger, wenn möglich also jeden Tag, aber nicht in solchen Umfängen wie beim NaNoWriMo. Mein Ziel sind um die 250 Wörter am Tag, ein Ziel, was schaffbar sein sollte. Entweder schreiben oder auch korrigieren, das zählt ebenso. Mein NaNoWriMo-Projekt ist noch nicht ganz fertig. Dort heißt es, die Geschichte im Januar zu Ende zu bringen, um dann mit der ersten Überarbeitung zu beginnen und die Geschichte hoffentlich noch in diesem Jahr zu veröffentlichen. Außerdem habe ich mir vorgenommen, öfter mal eine Kurzgeschichte zu verfassen, um im Schreibfluss zu bleiben, auch wenn ich nicht am Roman arbeite. Diese werden dann auch hier auf dem Blog veröffentlicht und ich freue mich schon auf eure Kommentare und auch Anregungen.

Dann komme ich zum Thema Sport. Ich habe das im November und Dezember etwas schleifen lassen. Daher strebe ich wieder mindestens 2 x Ausdauertraining pro Woche an. Bewegung tut mir gut, also werde ich mich auch täglich an der frischen Luft bewegen, auch wenn das Wetter mal grauselig ist.

Das waren meine Vorsätze und ich denke, die sind nicht so utopisch, dass ich sie nicht schaffen könnte. Mögt ihr mir schreiben, was ihr für 2019 plant? Ich freue mich über eure Kommentare.

Ein gesundes neues Jahr euch allen,

eure Susanne

Fotos: Uta Wentzke

Katzenweihnacht – Eine weihnachtliche Kurzgeschichte (Teil 3/3)

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Mit einem Ruck fuhr der Schlitten an und Prinzesschen drückte sich fest auf das weiche Fell. Die Glöckchen der Rentiere bimmelten immer lauter, je schneller der Schlitten fuhr und mit einem Mal hoben alle neun Tiere ab.
„Wie im Film, es ist wie im Film“, murmelte Prinzesschen vor sich hin.
Als sich der Schlitten in die Luft erhob, spürte sie ein kribbelndes Gefühl im Bauch. Wenn das kein Abenteuer war! Sie würde dem Nachbarskater eines Tages davon erzählen. Seine Vogeljagd war nichts dagegen. Langsam entspannte sie sich und wagte sogar einen Blick nach unten.
„Gefällt dir das, kleine Katze?“, fragte der Weihnachtsmann und lächelte.
Prinzesschen nickte.
„Es ist einfach wunderbar. So ein Abenteuer hätte ich mir nie erträumt. Aber woher kennst du mich?“
„Mein entzückendes Prinzesschen. Ich kenne alle Menschen und ihre Wünsche, vor allem die der Kinder und der Tiere. Nun bist du an der Reihe, dass dir ein Traum erfüllt wird.“

Unter ihnen blitzten die ersten Lichter. Sie hatten die große Stadt erreicht. Prinzesschen kannte die Stadt, denn dort wohnte der Tierarzt.
„Halt dich fest, kleine Katze. Jetzt wird es ernst.“
Kaum hatte der Weihnachtsmann seine Worte ausgesprochen, neigte sich der Schlitten nach unten. Die Rentiere galoppierten in einem haarsträubenden Tempo dem Boden entgegen, zogen eine steile Kurve und landeten dann den Schlitten etwas unsanft auf der Straße. Prinzesschen hatte sich im Lammfell festgekrallt und entspannte sich erst, als der Schlitten zum Stehen kam.

Der Weihnachtsmann sprang trotz seines erheblichen Umfangs elegant vom Kutschbock und schnappte sich den ersten Sack von der Ladefläche.
„Worauf wartest du, Prinzesschen? Komm mit.“
„Rutschst du denn nicht durch den Schornstein?“
Der Weihnachtsmann grinste.
„Da hat das Fernsehen ja ganze Arbeit geleistet. Nein, ich bevorzuge schon immer Türen.“
Sie schlichen auf leisen Sohlen durch das stille Haus bis ins Wohnzimmer und legten die Geschenke unter den Weihnachtsbaum. Auf einmal knarzte im oberen Stock eine Diele und sie hörten ein leises Kichern. Prinzesschen zuckte zusammen, aber der Weihnachtsmann blieb gelassen. Er legte den Zeigefinger auf die Lippen und wies mit dem Kopf zur Terrassentür. Mit flinken Schritten verließen sie das Haus und tauchten im dunklen Garten unter.

„Hat dich schon mal ein Kind ertappt?“, fragte Prinzesschen, als sie wieder auf dem Schlitten saßen und zum nächsten Haus fuhren.
„Ja, das ist mir schon passiert. Zum Glück glaubte das Kind noch an mich und hat mich nur angestarrt.“
Gab es denn Kinder, die nicht an den Weihnachtsmann glauben?, fragte sich Prinzesschen.
„Ich kann deine Gedanken hören, kleine Katze. Glaube mir, es wird immer schwieriger, die Kinder davon zu überzeugen, dass es mich wirklich gibt.“

Die Nacht verging im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug. Sie hatten unzählige Geschenke verteilt. Prinzesschen stellte sich vor, wie die Kinderaugen am nächsten Tag leuchten würden.
Der Morgen graute bereits, als der Schlitten wieder vor Prinzesschens Haus landete. Wehmütig verabschiedete sie sich von den Rentieren. Wer wusste schon, ob sie sie je wiedersehen würde? Der Weihnachtsmann und seine Helfer machten sich nun wieder auf den Weg in den Norden, in ihre Heimat.
Prinzesschen drehte sich noch einmal um, als sie an der Haustür angekommen war. Rudolphs Nase blinkte rot, als der Weihnachtsmann das Signal zum Starten gab. Nach wenigen Sekunden war der Schlitten auch schon verschwunden.

Was für ein Abenteuer, dachte Prinzesschen und rollte sich in ihrem gemütlichen Bettchen zusammen. Sie träumte vom Weihnachtsmann, von fliegenden Rentieren und einer wilden Schlittenfahrt durch die Nacht. Am nächsten Tag wachte sie auf und hätte nicht sagen können, ob sie die Erlebnisse der letzten Nacht wirklich erlebt hatte oder ob alles nur ein Traum gewesen war. Ihr Blick fiel auf den Weihnachtsbaum, der prächtig geschmückt im Wohnzimmer stand. Darunter lagen vier Pakete, die gestern noch nicht dort gelegen hatten.

Prinzesschen setzte sich auf die Fensterbank und schaute zum Himmel. Wie immer im Winter wurde es schon wieder dunkel. Sie meinte, ein leises Glockengeläut zu vernehmen und dann sah sie es: ein rotes Blinken am Himmel. Kein Flugzeug, nein, es war Rudolph, der ihr einen freundlichen Gruß zu Weihnachten schickte.

 

Text: Susanne Sommerfeld

Foto: Uta Wentzke

Katzenweihnacht – Eine weihnachtliche Kurzgeschichte (Teil 2/3)

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„Ich bin übrigens Comet, eines der Rentiere von Santa Claus.“
„Comet, was für ein außergewöhnlicher Name. Wie viele Rentiere hat dieser Santa Claus denn?“
„Wir sind neun. Der Star ist natürlich Rudolph. Sicher hast du schon von ihm gehört.“
„Der mit der roten Nase? Franzi hat die Geschichte mal im Fernsehen geschaut.“
Comet seufzte.
„Ja, Rudolph kennt jeder. Nur wir werden gern mal vergessen.“
Das Rentier stapfte auf den Gartenzaun zu und schlüpfte durch das offene Türchen. Prinzesschen blieb stehen und schnupperte am Schnee. Der kitzelte in der Nase. Wieder eine neue Erfahrung. Schließlich hatte sie das Haus bis jetzt nur selten verlassen und wenn, dann nur im Auto der Mayers. Dann fuhren sie sie immer zum Tierarzt, eine unangenehme Sache. Ratlos schaute sie sich zum Haus um, dann wieder zum Gartentürchen. Sollte sie wirklich hinter dem seltsamen Rentier herlaufen? Was hatte Comet vor?
„Nun komm schon, Prinzesschen. Du wolltest ein Abenteuer und jetzt hast du die Chance. Du wirst doch nicht kneifen, oder?“

Sie und kneifen? Entschlossen schüttelte sie den Kopf und verließ den Garten ihrer Familie. Comet lief munter auf dem Bürgersteig vornweg und Prinzesschen hatte Müh und Not, mit ihren krummen Beinchen Schritt mit ihm zu halten. Doch sie würde sich nicht beschweren. Comet würde schon sehen, was in ihr steckte. Schließlich gehörte sie zur selben Familie wie Tiger und Löwen. Sie hüpfte durch den weichen Pulverschnee und genoss das kalte Gefühl an ihren Pfoten. Immer dichter fielen die Schneeflocken vom Himmel und ab und zu streckte Prinzesschen die Zunge heraus, um eine Flocke einzufangen.
„Du warst wirklich noch nie draußen, oder?“, fragte Comet nach einiger Zeit.
„Ich bin eine Hauskatze. Meine Familie hat Angst, dass ich unter die Räder komme. Schau dir doch bloß meine Beine an! Damit bin ich nicht gerade die Schnellste.“
Schweigend liefen die beiden weiter, bis sie die letzten Häuser und Laternen der Straße hinter sich gelassen hatten. Danach führte sie ein schmaler Pfad direkt in den dunklen Wald. Prinzesschen blieb stehen. Solch eine Schwärze hatte sie noch nie erlebt. Was alles hinter den vielen Bäumen lauern mochte?

Huh-Huhuhu-Huuuh!
Prinzesschen stemmte ihre Pfötchen in den Boden. Ihre Ohren zuckten in alle Richtungen.
„Was war das?“
„Nur ein Waldkauz. Vor dem brauchst du keine Angst zu haben. Der jagt Mäuse, so wie ihr Katzen auch.“
Ein Waldkauz, was das wohl sein mochte? Doch sie fragte nicht nach. Comet hielt sie schon für unwissend genug. Langsam lief sie weiter, schaute sich aber immer wieder um. Sie war erstaunt, wie gut sie im Dunkeln sehen konnte, aber auch ihre Ohren vernahmen selbst leiseste Geräusche. Überall raschelte und knackte es. Ihre Nerven waren bis auf Ärgste gespannt.
„Sag mal, Comet, wohin gehen wir denn?“
Er antwortete nicht, sondern wies mit einer nickenden Bewegung nach vorn. Ein rot blinkendes Licht war zwischen den Bäumen zu sehen. Dann hörte sie das leise Bimmeln von Glöckchen. Dieses Geräusch hatte sie schon einmal gehört, in dem Film über das Rentier Rudolph, den Franzi damals zu Weihnachten gesehen hatte.

Prinzesschen lief so schnell es ihre unförmigen Beinchen erlaubten. Comet eilte neben ihr her. An der Lichtung angekommen, stoppte sie. Sie traute ihren Augen kaum. Die Szene wirkte, als wäre sie einem Traum oder ihrer abenteuerlustigen Fantasie entsprungen. Comet stupste sie an und Prinzesschen schlich auf die acht Rentiere zu, die sich um einen großen Holzschlitten geschart hatten. Auf dem Schlitten saß ein in einen roten Mantel gekleideter Mann von unschätzbarem Alter mit einem weißen langen Bart und vor Freude blitzenden Augen. Er lachte laut und hielt sich dabei seinen dicken Bauch.
„Hey, Comet! Wen hast du denn da mitgebracht?“
Neugierige Blicke hefteten sich auf sie und der Mann – das musste wohl der Weihnachtsmann sein – stieg von seinem Schlitten. Er hockte sich vor sie hin und schaute sie freundlich an.
„Bist du etwa Prinzesschen, die kleine Katze, die von großen Abenteuern träumt?“
Prinzesschen war so verdutzt, dass sie kein Wort hervorbrachte. Der Mann erhob sich und lachte erneut herzhaft. Dann klatschte er in die Hände.
„Na, dann wollen wir mal. Auf geht‘s. Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Prinzesschen staunte, wie schnell sich die Rentiere vor dem Schlitten sortiert hatten, Rudolph selbstverständlich vorn an der Spitze. Das berühmte Rentier war leicht zu erkennen, denn seine Nase leuchtete in demselben Rot wie der Mantel des Weihnachtsmannes. Dieser spannte die Rentiere an und setzte sich auf den Kutschbock. Mit seiner rechten Hand klopfte er neben sich.
„Willst du hier Wurzeln schlagen, Prinzesschen? Spring auf den Schlitten. Du darfst neben mir sitzen.“
Mit einem Satz sprang sie hinauf und nahm auf dem weichen Lammfell Platz. Sie schaute sich um und sah, dass der Schlitten voller Säcke war. Das waren vermutlich die Geschenke für die Kinder.
„Los, meine Rentiere. Ihr wisst, was ihr zu tun habt. Lasst uns den Kindern das Weihnachtsfest versüßen.“

 

Text: Susanne Sommerfeld

Foto: Uta Wentzke

Katzenweihnacht – Eine weihnachtliche Kurzgeschichte (Teil 1/3)

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Prinzesschen saß auf der Fensterbank und schaute sehnsüchtig auf die Schneeflocken, die vom Himmel herunter schwebten und den Garten in strahlendes Weiß hüllten. So sehr sie die warme Stube zu schätzen wusste, sehnte sie sich doch immer wieder nach einem Abenteuer. Dort draußen gab es sicher Unmengen davon. Oft beobachtete sie, wie sich der rot getigerte Nachbarskater durch den Gartenzaun durchzwängte. Im Frühling lauerte er im Gebüsch und im Winter hockte er unter dem Vogelhäuschen. Aber bis jetzt hatte Prinzesschen noch nie erlebt, dass der dicke Kater auch nur einen Vogel gefangen hatte. Wie gern hätte sie ihn auf seinen Streifzügen begleitet.

Vor vielen Jahren war sie als kleines schwarzes Knäuel in die Familie Mayer gekommen. Ein Kätzchen, was sich kaum auf den krummen Beinchen halten konnte. Keiner hatte sie beachtet, bis die Tochter der Mayers, Franzi, eines Tages vor ihrem Zwinger stand und mit dem Finger auf sie zeigte.
„Die will ich haben. Die oder keine.“

Und so war sie bei den Mayers eingezogen und arrangierte sich mit ihrem Namen, den Franzi ihr gegeben hatte. Eine Prinzessin hatte sie nie sein wollen. Denn wie eine solche war sie eingesperrt und durfte das Haus nie verlassen. Franzi war schon längst ausgezogen und eine beklemmende Ruhe war in den ehemals quirligen Haushalt eingezogen. Herr Mayer zog sich meist in die Werkstatt im Keller des Hauses zurück, wo er seiner Leidenschaft nachging. Er hatte dort eine komplette Kleinstadt aufgebaut, um die emsig die elektrischen Eisenbahnen sausten. Einen kurzen Blick hatte sie einmal darauf geworfen, dann hatte Herr Mayer sie aus dem Zimmer gescheucht und die Tür geschlossen. Frau Mayer stand am liebsten in der Küche, um neue Rezepte auszuprobieren. Dann zogen verführerische Düfte durch das Haus und Herr Mayer war angehalten, alles zu verkosten und seine Meinung abzugeben. Prinzesschen wartete stets brav unter dem Esstisch, denn dort wanderte der eine oder andere Leckerbissen zu ihr. Natürlich musste dies heimlich geschehen, denn Frau Mayer sah es gar nicht gern, wenn Herr Mayer ihr etwas zusteckte.
„Prinzesschen soll schließlich nicht zu dick oder gar krank werden.“
Herr Mayer nickte und im nächsten Moment, wenn seine Frau ihm den Rücken kehrte, bekam Prinzesschen ihren Anteil.

Sie wollte sich gerade auf ihren Schlafplatz neben dem Sofa zurückziehen, da bemerkte Prinzesschen eine Bewegung im Garten. Was war das gewesen? Als sie schon dachte, sich das eingebildet zu haben, bewegte sich wieder etwas. Das konnte doch nicht sein, oder? Ein Rentier in einem deutschen Garten? Prinzesschen schloss die Augen und öffnete sie wieder. Tatsächlich, es ließ sich nicht leugnen, es war ein Rentier. Und jetzt hatte es ihr auch noch zugezwinkert. Prinzesschen schüttelte unwillig den Kopf. Nun hatte sie endgültig den Verstand verloren.

Erneut schloss sie die Augen und blinzelte nach einigen Sekunden in den Garten, in der Hoffnung, dass diese Halluzination – und nichts anderes konnte es gewesen sein – verschwunden wäre. Doch das Rentier war noch immer da. Es war sogar etwas näher gekommen. Prinzesschen stand auf, machte einen Buckel und fauchte. Das Rentier schien das nicht zu beeindrucken. Es kam so nah heran, dass es seine Nase an die Fensterscheibe drückte.
„Bist du Prinzesschen?“, fragte es.
Sie wäre beinahe vom Fensterbrett gefallen. Wieso redete das Rentier mit ihr und warum kannte es ihren Namen? Dann fiel es ihr ein. Sie träumte, natürlich. In einem Traum war alles möglich. Manchmal träumte sie davon, ein Löwe zu sein, der einsam durch die Savanne stolzierte. Sie hatte so eine Szene in einer Fernsehsendung gesehen, die die Mayers eines Abends geschaut hatten. Prinzesschen schüttelte und streckte sich. Sie biss sich sanft in die linke Vorderpfote. Autsch! Jetzt war sie munter.
Es klopfte an die Fensterscheibe.
„Ich rede mit dir. Du bist doch Prinzesschen, oder?“
Erschrocken fauchte Prinzesschen erneut. Es war kein Traum. Dies hier war real. Im Garten der Mayers stand ein Rentier, glotzte durch die Scheibe und redete mit ihr. Und es schien verärgert zu sein, weil sie nicht antwortete. Vorsichtig nickte Prinzesschen.
„Na, super. Dann bin ich ja richtig gelandet hier. Komm mal in den Garten. Durch die Scheibe kann man ja gar nicht gescheit miteinander reden.“
„Ich bin eine Stubenkatze und darf nicht raus.“
Das Rentier rollte mit den Augen.
„Und du willst eine Katze sein? Katzen wissen doch, wie man Türen öffnet.“
„Ich nicht. Das machen die Menschen für mich. Oder eben auch nicht.“
Sie ärgerte sich über das Rentier. Warum hätte sie je lernen sollen, Türen zu öffnen? So ein hochnäsiges Ding!
„Du musst dich einfach an die Türklinke hängen. Dann geht die Tür auf. Ich warte davor auf dich.“
Das Rentier trat vom Fenster zurück und lief in Richtung Eingangstür. Prinzesschen saß wie versteinert auf der Fensterbank. Was hatte das alles zu bedeuten? Sollte sie es wagen, das Haus zu verlassen? Noch nie war sie draußen gewesen, sondern hatte das Leben außerhalb der Mauern immer nur durch das Fenster verfolgt. Sie sprang von der Fensterbank und näherte sich der Hauseingangstür. Mit einem Mal kam diese ihr riesig und bedrohlich vor. Vielleicht aber war genau das das Abenteuer, nach dem sie sich sehnte. Mit einem eleganten Sprung hing sie sich an die Türklinke. Ein leises Klicken war zu hören und die Tür öffnete sich. Vorsichtig schob Prinzesschen den Kopf nach draußen.
„Bist du bereit?“, fragte das Rentier.
Sie nickte.

 

Text: Susanne Sommerfeld

Foto: Uta Wentzke

NaNoWriMo 2018 – Yeah!

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich kann es selbst noch gar nicht glauben, aber vor etwa einer halben Stunde habe ich es doch tatsächlich geschafft und seit dem 01.11.2018 50.062 Wörter geschrieben. Laut meinem Textverarbeitungsprogramm sind es eigentlich 50.057 Wörter, keine Ahnung, wie der NaNoWriMo-Editor zählt. Aber auf die fünf Wörter kommt es auch gar nicht an.

Vorgenommen hatte ich mir heute, zeitiger ins Bett zu gehen, aber als abzusehen war, dass ich es noch heute Abend schaffen würde, war an Schlaf sowieso nicht mehr zu denken. Die Geschichte nähert sich ebenfalls ihrem Ende, aber ein paar Worte fehlen noch am Ende und noch etliche zwischendrin. Da ich nur mit einem groben Plot geschrieben habe, sind mir unterwegs einige Aspekte verloren gegangen, die ich dann noch einfügen möchte. Aber erst einmal genieße ich das Geschaffte und werde bis Freitag noch weiterschreiben und auch -zählen.

Am Wochenende lege ich dann eine wohlverdiente Pause ein, bevor ich ab nächster Woche so lange weiterschreibe, bis ich das Wort ENDE unter die Geschichte setzen kann. Dann darf sie ein paar Wochen ruhen. Schließlich möchtet ihr sicher noch im Dezember auf dem Blog eine neue Yellowstone-Episode und eventuell auch eine Weihnachtskurzgeschichte lesen, oder?

Hier nun noch der ultimative Beweis:

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Ihr lieben Mitstreiter/innen, wie läuft es bei euch? Noch ein paar Tage, dann ist der Schreibmarathon vorerst beendet. Ich hoffe, ihr seid stolz auf das Erreichte. Denn das Wichtigste ist der Spaß am Schreiben und dass man mehr schreibt, als man es sonst vielleicht tun würde. Ich hoffe, ihr steckt noch bis über beide Ohren in euren Geschichten und seid weiter motiviert. Ich bin es jedenfalls, auch wenn es mir in den letzten Tagen oft schwer fiel mit einigen Szenen, die sehr traurig endeten. Nicht alles konnte in einem Happy-End münden. Leider …

Ich gebe zu, dass ich erst skeptisch war und nie gedacht hätte, dass ich unter solchem Druck überhaupt etwas zustande bringe, aber scheinbar war es genau der Druck, den ich brauchte. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass ich 2019 auch wieder teilnehmen werde.

Liebe Grüße, Susanne

NaNoWriMo – 3 Wochen Schreibmarathon

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Liebe Leserinnen und Leser,

nun sind schon 3 Wochen seit meinem Start beim NaNoWriMo vergangen und ich bin noch dabei. Bis zum heutigen Abend habe ich insgesamt 40.038 Wörter geschrieben und liege somit gut im Rennen. Ich bin ein wenig erschöpft, aber trotzdem stolz über das bisher Erreichte. Als ich am 01.11.18 begonnen habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich überhaupt so lange durchhalte und nun bin ich immer optimistischer, dass ich es wirklich schaffen kann mit den 50.000 Wörtern in 30 Tagen.

Natürlich bin ich mir darüber im Klaren, dass die wirkliche Hauptarbeit erst danach beginnt. Wenn ich die Geschichte bis Ende November nicht abgeschlossen habe, was ich jetzt noch gar nicht einschätzen kann, dann schreibe ich so lange weiter, bis ich vorerst das Wörtchen ENDE darunter setzen kann. Weiterhin jeden Tag, aber nicht mehr täglich mit diesem für mich enormen Wortziel. Aber ich habe gemerkt, dass das tägliche Schreiben gut tut. Ich bin schnell drin in meiner Geschichte und kann leichter an das vorher Geschriebene anknüpfen.

Wenn ich die Geschichte dann beendet habe, habe ich mir vorgenommen, sie eine Weile ruhen zu lassen, vielleicht ein paar Tage, vielleicht ein paar Wochen. Aber so lange, dass ich den nötigen Abstand dazu bekomme. Und dann geht es los: überarbeiten, streichen, feilen etc. Denn eins ist natürlich klar beim NaNoWriMo und auch sonst beim Schreiben: der erste Entwurf ist ein Gerüst, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mit viel Arbeit wird aus diesem Gerüst eine (hoffentlich) schöne Geschichte.

Wie ist es euch bis jetzt ergangen beim NaNoWriMo? Seid ihr noch dabei?

Liebe Grüße, Susanne

NaNoWriMo – Fazit Woche 2

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Liebe Leserinnen und Leser,

zwei Wochen NaNoWriMo sind nun schon vorbei – es ist also quasi Halbzeit – und ich möchte euch gern berichten, wie es bei mir läuft. Seit 01.11. bis heute habe ich insgesamt 27.678 Wörter geschrieben und auch jeden Tag das Ziel von 1667 Wörtern geschafft bzw. mal mehr oder weniger überschritten. Das allein macht mich schon stolz, weil ich nicht so wirklich daran geglaubt habe, dass ich das schaffe. Ja, andere schreiben mehr, andere aber auch weniger. Ich bin optimistisch für die verbleibenden zwei Wochen – es bleibt mir aber auch nichts anderes übrig.

Meine Geschichte wächst und entwickelt sich. Was ich aber schon als Fazit ziehen kann: wenn ich 2019 wieder am NaNoWriMo teilnehmen sollte, dann werde ich wohl etwas ausführlicher plotten. Ich bin leider gar nicht so der Plotter. Ein gewisses Ziel und auch Zwischenetappen setze ich mir ja im Vorhinein und auch die Figuren habe ich mir dieses Mal intensiver vorgenommen. Trotzdem sind mir auf dem 14tägigen Schreibweg so einige Dinge in die Quere gekommen, die ich teilweise mit einem durchdachteren Plot vermeiden hätte können. Aber ich habe die meisten Querulanten in die Schranken verwiesen bzw. mein Ziel entsprechend angepasst. Es wird ein Liebesroman – wer am Ende wen bekommt? Lasst euch überraschen, geht mir ja genauso. *grins*

Für morgen habe ich mir vorgenommen, etliche Wörter mehr zu schreiben, da ich am Wochenende unterwegs sein und am Samstag nicht zum Schreiben kommen werde. Aber das ist auch in Ordnung und ich gönne mir diesen freien Tag. Umso motivierter werde ich am Sonntagabend in die Tastatur hauen, wenn ich wieder daheim bin. Am Samstag nutze ich die Zugfahrt einfach mal zum entspannten Lesen. Das kam die letzten zwei Wochen, gefühlt aber schon länger, viel zu kurz. Morgen setze ich mich daher zum Feierabend in eines meiner Lieblingscafés und bin fleißig, mit Unterstützung von Kaffee, Chai Latte und garantiert einem Stück Kuchen (oder zwei …). 🙂

Wie immer würde mich freuen, wenn ihr mir schreibt, wie es bei euch läuft.

 

Liebe Grüße, Susanne